Zerbst / Lindau / Deetz. Thomas Giese aus Deetz arbeitet seit April 2001 für das Deetzer Busunternehmen Ehle als Busfahrer. Er hat erzählt, wie er dazu gekommen ist, was er bislang erlebt hat und noch viele andere informative Dinge.

" Ein Traumberuf ist das nicht für mich. Meiner Meinung nach gibt es keinen Traumberuf ", erklärt Thomas Giese. Er ist wegen seiner damaligen Arbeitslosigkeit durch " Zufall " zu diesem Job gekommen. Der Busunternehmer Fritz Ehle hat ihn damals eingestellt.

Thomas Giese hat schnell gelernt : " Als Busfahrer muss man locker und kontaktfreudig sein, so erringt man auch die Sympathie der Leute. " Da er diese Eigenschaften besitzt, hat er schon viele Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen. So auch mit dem Seniorenclub Buhlendorf, der den Busfahrer schon ins Herz geschlossen hat.

Nach neunjähriger Busfahrererfahrung kommt es auch mal zu amüsanten Erlebnissen. " Einmal habe ich eine Gruppe von Rentnern gefahren. Kurz bevor die Reise losging, habe ich gefragt, ob denn alle da sind und wir los fahren können. Keiner hatte Einwände. Nach circa 20 Minuten sagte mir dann jemand aus der hinteren Reihe, dass Zwei fehlen. Also sind wir umgekehrt und haben die Fehlenden abgeholt. Das war wirklich sehr lustig ", berichtet er schmunzelnd.

Am meisten gefallen dem jungen Busfahrer die Auslandsfahrten zum Beispiel nach Italien, Frankreich oder Litauen. " Man sieht eine Menge von der Welt. Es macht einfach Spaß !"

Thomas Giese fährt nicht nur in ferne Länder mit dem Bus, er fährt auch im Nahverkehr die Schüler von Nedlitz bis nach Zerbst oder Loburg und wieder zurück. Auf die Frage, ob die Kinder und Jugendlichen eher nett oder ziemlich unhöflich sind, sagt er, dass es geteilt ist. " Klar gibt es Schüler, die nicht grad sehr nett sind, aber auch zu denen muss man als Busfahrer nett sein. Durch Späße, die ich mache, ist man bei den Kindern der coole und nette Busfahrer. Das ist schon wichtig. Wer will denn gerne von den Schülern geärgert und gehasst werden ?"

Jacke wartet seit halbem Jahr auf ihren Besitzer

Die Schüler vergessen auch gerne mal etwas im Bus, wie zum Beispiel Handschuhe, Mützen oder auch Geldbörsen und Handys. Thomas Giese ist aufgefallen : " Nach Mützen oder Ähnlichem wird nicht so schnell nachgefragt wie nach Handys oder Portemonnaies. Mützen liegen meist zwei Wochen hier und eine Jacke liegt hier schon seit fast einem halben Jahr. Man muss doch merken, wenn einem eine Jacke fehlt. "

Der Busfahrer antwortet auf die Frage, wie es sich denn bei diesem Wetter mit einem Bus fahren lässt, dass man höllisch aufpassen muss, da der Schnee und die Glätte in manchen Orten schlimm seien. " Einen Bus bei normalem Wetter zu fahren, ist schon schwierig, aber bei so einem Winter ist es noch schwieriger. Ein Bus ist ja schließlich was ganz anderes als ein kleiner Pkw. " In manchen Straßen ist es so schlimm, dass die dort parkenden Autos fast ganz auf der Straße stehen, weil eine Menge an Schnee und Eis an den Bordsteinkanten liegen und etliche Straßen dadurch noch schmaler und enger werden als sie so schon sind. " Ich fahre, wie jeder Andere auch, lieber im Sommer als im Winter. Das ist angenehmer ", erklärt Thomas Giese, bevor er zur nächsten Tour startet.