Zerbst / Klieken ( am / mz / dsk ). Heinz Vierenklee macht aus seiner Zufriedenheit keinen Hehl. " Wir haben bisher nicht geschlafen und wollen von dem Häufchen Fördermittel noch mehrere Schippen abbekommen ", sagt der Vorsitzende auf der Tagung der Lokalen Aktionsgruppe ( LAG ) " Mittlere Elbe-Fläming " in Klieken. Von den 1, 16 Millionen Euro an Leader-Geldern aus dem Topf des Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums ( Eler ), die Sachsen-Anhalt der LAG für die letzten drei Jahre zur Verfügung gestellt hat, sind schon 800 000 Euro in 19 Projekte geflossen. Insgesamt wurden 87 Projektideen seit 2007 angemeldet, über 50 sind in der Ausführung oder bereits beendet.

" Der Bedarf ist weiterhin groß. Rechnen wir alle bewilligten Vorhaben zusammen, liegen wir schon heute mit 278 000 Euro über unserem Soll ", erklärt Elke Kurzke, seit 1. Dezember 2009 LAGLeader-Managerin.

Eine Mitarbeit in der Aktionsgruppe

bleibt begehrt. Sieben neue Projekte aus dem Umland von Zerbst und Möckern-Loburg nehmen die Akteure in ihren Reigen auf. So will ein privater Investor die Domäne Badetz bei Zerbst um einen Festsaal und eine erweiterte Gastronomie aufwerten. Die Bausumme liegt bei 750 000 Euro. Im Gutshaus Kermen soll mit privater Initiative ein Betreutes Wohnen einziehen. Angegebene Kosten : 300 000 Euro. In Golmenglin bei Grimme plant ein Unternehmer eine Erlebnis- und Schaubrennerei für Obstschnaps ( 100 000 Euro ).

Die Stadt Möckern tritt beim Ländlichen Wegebau zwischen Papstdorf und Stegelitz sowie Ziepel und Tryppehna ebenso in Erscheinung ( 252 800 Euro ) wie bei der Sanierung des Gemeindehofes Hobeck ( 180 000 Euro in drei Jahresscheiben ). In Friedensau soll der historische Ortskern mit einer Museums- und Kulturscheune gestaltet werden ( 770 000 Euro ). Der Heimatverein Grabow will in Ziegelsdorf eine zehn Meter hohe Attrappe als Hinweis auf die optische Telegrafenlinie errichten, die von 1833 bis 1849 zwischen Koblenz und Berlin in Betrieb war und mit elf Stationen durch das heutige Sachsen-Anhalt führte ( 15 000 Euro ).

Mit welchem finanziellen Rahmen die LAG künftig rechnen kann, wenn das Land die zweite Fördermittelrate auszahlt, grenzt derzeit an Kaffeesatzleserei. Vierenklee ist optimistisch und sieht die " Mittlere Elbe-Fläming " in der Spitzengruppe der besten LAG im Land. Sachsen-Anhalt fordert bis zum 31. März eine Prioritätenliste. Über 20 Projekte wurden vorgestern eingeordnet.

" Wichtig ist, dass wir Maßnahmen für 2010 nach oben setzen, die keine Karteileichen sind ", sagt Kurzke. Der Umsetzungsgrad sei entscheidend, ebenso die Finanzierbarkeit. " Wie das Land unsere Aufstellung wertet, kann ich aber nicht sagen ", so die Managerin.

Das Landwirtschaftsministerium kündigt ein eigenes Auswahlverfahren und eine Auswertung im Frühjahr " mit den Aktionsgruppen " an. Grundlage seien die Prioritätenlisten der LAG, allerdings werde man den Schwerpunkt stärker auf die Dorfentwicklung statt der Dorferneuerung legen. " Im April soll Klarheit herrschen, wer welche Summen bekommt ", sagt Ministeriumssprecher Thomas Kunstmann.