Nicht nur Brand- und Arbeitseinsätze gehörten 2009 zu den ehrenamtlich absolvierten Aufgaben der Steutzer Kameraden. Das vielfältige Pensum umfasste neben wichtigen Ausbildungsstunden ebenfalls gesellschaftliche Aktivitäten, wie vorgestern Abend auf der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr deutlich wurde.

Steutz. Die Jahreshauptversammlung am Samstag begann mit einer Schweigeminute. Still gedachten die Mitglieder der Steutzer Feuerwehr ihrem verstorbenen Kameraden Günter Mohrahrend.

Als Erster ergriff danach Wehrleiter Marco Schröter das Wort. Er warf zunächst einen Blick in die Statistik. Demnach zählt die Ortsfeuerwehr aktuell 30 aktive Kräfte, darunter zehn Frauen. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören neun Kameraden an. Genauso viele Mitglieder hat die Jugendfeuerwehr, die im Laufe des Jahres Zuwachs erhalten wird : Drei der derzeit acht Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr werden mit ihrem zehnten Geburtstag zum Jugendtrupp wechseln.

" Ich hoffe natürlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder einige Kinder mit Beginn des neuen Schuljahres für die Feuerwehr begeistern können ", bemerkte Marco Schröter. Zumal ein positiver Nebeneffekt zu betrachten ist : Über den Nachwuchs wird auch bei den Eltern das Interesse für ein Engagement in der Feuerwehr geweckt. So verstärken Gundel Schayka, Liane Benke sowie Martina und Michael Paul seit Oktober die Reihen der Steutzer Kameraden. Sie durchlaufen momentan die Grundausbildung.

Die Ausbildung sei das A und O in der Feuerwehr, betonte der Wehrleiter. 2009 reichte die Schulungspalette von der Eisrettung über das Selbstretten mit Leinen bis hin zur Gerätekunde am Löschfahrzeug. Das wird dieses Jahr ähnlich aussehen. " Jeden zweiten Freitag steht Theorie auf dem Dienstplan, am Sonntag versuchen wir, das Gelernte in die Praxis umzusetzen ", erklärte sein Stellvertreter Sven Benke.

Im vergangenen Jahr absolvierten die Steutzer ferner eine Einsatzübung beim Zerbster Unternehmen Allfein Feinkost, besuchten die Atemschutzstrecke in Bitterfeld und unterzogen die Firma Nordfrost zusammen mit den Jütrichauer Kameraden einem operativ-taktischen Studium. Wie Marco Schröter gestand, rückte die Ausbildung wegen der in Eigenleistung getätigten Baumaßnahmen 2009 etwas in den Hintergrund.

Die Kameraden bauten die alte, steinerne Buswartehalle gegenüber dem Gerätehaus zum Geräteschuppen um. Das Eingangstor bauten Heinz-Jacob Eichhorn und Christian Schröter. Für die unentgeltliche Hilfe dankte ihnen Marco Schröter. Den frei gewordenen Platz in der Fahrzeughalle wandelten die Kameraden in eine Umkleidemöglichkeit für den Nachwuchs um, ehe sie auch noch den Schulungsraum renovierten. Bei der Erneuerung des Fußbodens half ihnen Udo Zahlmann mit geeigneten Gerätschaften aus. Die Materialien finanzierten die Gemeinde Steutz und die Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Ehle-Nuthe. Als Nächstes wollen die Kameraden den Parkplatz am Gerätehaus in Angriff nehmen.

Ob sie 2010 den Herbstball erneut durchführen, ist bislang ungewiss. Der letzte sei eine Pleite gewesen, blickte Marco Schröter zurück. Beim Maibaumsetzen mit anschließendem Fackelumzug wünschte er sich ebenfalls eine höhere Resonanz in der Steutzer Bevölkerung. " Es wäre doch schade, wenn man diese Tradition aussterben lassen müsste ", meinte er. Das fand auch Ortsbürgermeisterin Regina Frens. Sie dankte den Kameraden für ihre Unterstützung in der Gemeinde : " Ohne eure Hilfe würde einiges nicht so funktionieren. "

Wie Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut nutzte Marco Schröter die Versammlung, um allen Steutzer Kameraden ausdrücklich für ihre geleistete Arbeit zu danken, die übrigens ebenfalls die Betreuung der Blutspender umfasst. Auch sämtlichen Sponsoren und Helfern sprach der Wehrleiter seinen Dank aus. Namentlich erwähnte er den Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Steutz, Horst Metzker, der ihnen wiederholt Technik zur Verfügung stellte. Zudem nannte er den Eichholzer Landwirt Helmut Gabriel, der ihnen drei Wildschweine für eine gelungene Premiere spendierte : den Wettkampf um den Wanderpokal der Steutzer Feuerwehr. Jung und Alt sowie die Eltern des Brandschützernachwuchses maßen sich bei dem vergnüglichen Ausscheid im Löschangriff und der Gruppenstafette. Die Fortsetzung ist garantiert.