Bei den Stadtwerken Zerbst geht ein ereignisreicher Winter zu Ende. Nach ersten Schätzungen wurde in der Heizperiode 2009 / 2010 rund ein Drittel mehr Energie verbraucht. Rund um die Uhr liefen die Blockheizkraftwerke, die Biogasanlage sowie teilweise einer der beiden Spitzenlastkessel und versorgten Tausende Haushalte in Zerbst mit Fernwärme.

Zerbst. Was des einen Leid, ist des anderen Freud. Während die meisten Menschen sich langsam nach den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings sehnen, könnte für die Gasversorger der Region der Winter noch einige Wochen andauern. Die Stadtwerke Zerbst produzieren seit Monaten die Fernwäre für Tausende Haushalte der Stadt. " Ich schätze, dass es auf Grund des langen Winters rund ein Drittel mehr sein wird als im Vergleich zum Vorjahr ", sagte gestern im Gespräch mit der Volksstimme Wolfgang Ganzer, Verantwortlicher für den Bereich Fernwärme bei den Stadtwerken Zerbst.

Während der November wegen der noch relativ milden Außentemperaturen gemächlich anlief, wurden die Anlagen im Dezember so richtig gefordert. Die Novemberzahlen an produzierter Fernwärme liegen gut zehn Prozent unter dem Vorjahresnovember, im Dezember dann um 50 Prozent höher als im Jahr 2008.

Nach Aufzeichnungen der Stadtwerke waren die kältesten Tage in der vergangenen Heizperiode der 19. Dezember mit minus 12, 8 Grad Celsius Tagesmittel und der 26. Januar mit minus 11, 5 Grad Celsius. " An beiden Tagen wurden jeweils 7, 5 Megawatt Wärme produziert beziehungsweise 8, 4 Megawatt. Ansonsten liegen unsere Werte im Winter bei etwa fünf Megawatt. Daran sieht man, wie extrem diese Tage ausgeschlagen haben ", so Wolfgang Ganzer.

Für die Wärme in den Wohnungen der Stadt sorgen vier Blockheizkraftwerke, eine Biogasanlage und zwei Spitzenlastkessel. Letztere werden nicht dauerhaft zugeschaltet. " Selbst in diesem kalten Winter war es so, dass wir nur einen Kessel laufen lassen mussten ", erklärte der Experte.

Die Blockheizkraftwerke, die rund 80 Prozent der Wärme der Stadt Zerbst bereitstellen und einen sehr hohen Wirkungsgrad haben, werden mit Erdgas betrieben. Dieses wird verbrannt und über einen Wärmetauscher Wasser in Druckleitungen erhitzt. Diese führen dann bis zu den Wohnblöcken, die dann die Wärme dem Hausnetz zur Verfügung stellen. Die restlichen 20 Prozent der produzierten Wärme kommen aus der Biogasanlage und einem Spitzenlastkessel.

Selbst in der laufenden Winterperiode liefen alle Anlagen ohne Ausfälle. " Klar, wir haben eine normale Wartung. Die macht sich aber im Netz und bei den Kunden nicht bemerkbar ", betont Wolfgang Ganzer. Nach rund 1500 Sunden Laufzeit müssen die vier Blockheizkraftwerke einer Inspektion unterzogen werden.

Doch was ist im Sommer ? Dann fahren die Anlagen auf Null herunter ? " Nein. Wir versuchen, lediglich die Biogasanlage laufen zu lassen. Es wird ja Warmwasser zum Duschen oder Baden benötigt. Außerdem wird so der Heizkreis am Laufen gehalten. "