Zahlreiche Interessierte ließen sich 2009 im Kornmuseum Nutha in traditionelle Techniken wie das Wollespinnen oder Körbeflechten unterweisen. Das Organisationsteam hofft, dass sich die rege Resonanz in diesem Jahr fortsetzt. Die Palette der Veranstaltungen, an denen teilgenommen werden kann, ist zumindest vielfältig.

Nutha. Passend zu den frostigen Januartemperaturen lautet das Motto an diesem Sonnabend : " Wir stricken für den Winter. " In der mollig aufgewärmten Aktivwerkstatt des Kornmuseums lassen die Frauen Nadeln klimpern und Maschen fallen. Sie plaudern, während sie an Schals, Socken und Pulswärmern arbeiten. Die erste Veranstaltung in diesem Jahr hat auch den Nachwuchs angelockt. Zwischen den Seniorinnen sitzt die elfjährige Vanessa Schönemann. " Ich kann schon etwas stricken ", erklärt die junge Nuthaerin mit Blick auf ihre Freundin Frauke Bette, die es an diesem Nachmittag erst erlernt. Konzentriert versucht sich die zehnjährige Kämeritzerin im Umgang mit der Stricknadel.

Traditionelle Techniken erhalten und an die nachfolgenden Generationen weitergeben – genau darum geht es bei den Mitmach-Angeboten. Das spiegelt sich auch im Teilnehmerfeld wider. Von acht bis 80 reicht die Altersspanne der Interessenten, die aus nah und fern heranreisen. Sie kommen längst nicht nur aus den umliegenden Orten. " Lübars, Menz, Aken, Dessau-Roßlau, Köthen ", listet Birgit Herrmann auf, woher die Leute im vorigen Jahr so alles waren. Insgesamt gut 240 Kinder und Erwachsene nahmen 2009 an den 20 Veranstaltungen teil. Darunter befanden sich viele " Dauergäste ", denen das Organisationsteam für ihre Treue dankt. " Super angenommen wurde das Kerzengießen ", erinnert sich Roswitha Schrödter. Knapp 40 Personen wollten sich die Premiere nicht entgehen lassen. Keine Frage, dass die Kerzenherstellung ins diesjährige Programm wieder aufgenommen wurde. Eine Fortsetzung erlebt ebenfalls das beliebte Gestalten mit Ton, bei dem bereits Übertöpfe, Kerzenhalter und Räuchermännchen entstanden sind. Auch das Trockenfilzen, das Körbeflechten und das Flechten mit Peddigrohr, die erneut auf positive Resonanz stießen, fehlen nicht im aktuellen Veranstaltungskalender.

Daneben gibt es verschiedene neue Angebote. " Occhi " heißt das erste. Dabei handelt es sich um eine alte Handarbeitstechnik, mit der sich hübsche Spitzen knoten lassen. Wie das genau funktioniert, wird am 30. Januar gezeigt. Rechtzeitig vor Ostern erhält jeder die Gelegenheit, gekochte Eier mittels Wachstechnik kunstvoll zu gestalten. Ebenfalls erstmals wird zum Drachenbauen und zum Bemalen von Kürbissen eingeladen. Zudem sollen die alten, im Museum ausgestellten Backformen wie die Sprungfeder ausprobiert werden. Nicht zu vergessen bei den Premieren ist die moderne Serviettentechnik, die sich vielfältig anwenden lässt.

Ob Frühlingsdekoration oder Weihnachtsschmuck – die Bastelnachmittage finden stets regen Anklang. Angeleitet werden die Teilnehmer hier von Mandy Schüler aus Klepps, in der das fünfköpfige Team des Kornmuseums eine unkomplizierte Partnerin gefunden hat. Das ehrenamtlich tätige Quintett setzt sich aus Birgit Herrmann, Roswitha Schrödter, Erika Ringel, Hildegard Schunke und Sylvia Rothe zusammen. Tatkräftige Unterstützung erhalten die Frauen durch die Ein-Euro-Jobber Wolfgang Kienzler, Klaus Doil und Edeltraud Bewer. Abwechselnd sind die drei bei den Veranstaltungen im Einsatz. Sie richten in der Aktivwerkstatt alles her, bereiten heiße Getränke vor und waschen später ab.

Denn der gemütliche Ausklang der Workshops bei einer Tasse Kaffee oder Tee und selbst gebackenem Kuchen ist Brauch. So legen denn auch die eifri-gen Strickerinnen irgendwann Wolle und Nadeln beiseite und lassen sich Kokoskuchen und Fruchtcremetorte schmecken.