Aus dem brandenburgischen Jüterbog kommt die Flämingkönigin 2010. Ines Gärtner ( 39 ) überzeugte die Jury mit ihrem Auftritt und setzte sich gegen drei Mitbewerberinnen und einen Bewerber durch. Der Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt und der Anhalt-Bitterfelder Wirtschaftsamtsleiter Uwe Hippe zeigten sich mit dem Votum sehr zufrieden. Enttäuschung herrschte, weil sich keine Zerbsterin zur Kandidatur gewagt hatte.

Zerbst. " Manu, Deine Ohrringe haben mir Glück gebracht ", rief Ines Gärtner der Freundin ins Handy, kaum dass ihre Wahl zur neuen Flämingkönigin am Sonnabend im Faschsaal der Zerbster Stadthalle feststand. Mit Tränen in den Augen hatte ihr erster Blick ihrem Lebensgefährten Steffen Kirsche gegolten.

Die zweifache Mutter konnte in den Wahlgängen die gut 20-köpfige Jury mit Vertretern aus den fünf Flämingkreisen Anhalt-Bitterfeld, Jerichower Land, Wittenberg ( alle Sachsen-Anhalt ) sowie Potsdam-Teltow und Teltow-Fläming mit ihrem Auftreten, Bekenntnis zur Heimat und ihrem Wissen über die sich zur Reiseregion mausernden Landschaft zwischen Berlin und Elbe überzeugen. " Lampenfieber hatte ich dennoch ", gestand sie ein. Was ihr neben den Ohrringen der Freundin geholfen hat ? " Ein kleines Glas Fläming-Schnaps vor der Veranstaltung. "

Zum 14. Flämingsfrühlingsfest wird Ines Gärtner am 2. Mai in Zerbst gekrönt. " Ich hoffe, dass ich viel zu tun bekomme, ansonsten hätte ich mich nicht beworben ", signalisierte Ines Gärtner, sich mit Leidenschaft in die Aufgabe als Fläming-Repräsentantin hineinknien zu wollen.

Beziehungen zu Zerbst hat die künftige Majestät auch beruflich. Als Verkäuferin arbeitet sie in Jüterbog in einem Möbelgeschäft, das Anfang Februar in Zerbster Gewerbegebiet Frauentormark eine Filiale eröffnet hat.

Gegen die sicher und in Flämingtracht auftretende Ines Gärtner mühten sich die anderen Bewerberinnen Veronika Mika ( Borkheide ), Anne Theres Hahn ( Wittenberg ) und Caroline Gehl redlich, wenn auch chancenlos.

Auch der Schachzug des Zerbsters Bernd Friedrich, die Jury mit der Aussicht erstmals einen Flämingkönig zu küren, blieb erfolglos. Sein Auftritt blieb insgesamt glanzlos.

Der zweite männliche Bewerber, ebenfalls aus Zerbst, hatte seine Bewerbung kurz vor der Wahl zurückgezogen. Hier hatte vor allem sein jugendliches Alter Widerspruch gegen eine Kandidatur ausgelöst. Der junge Mann ist erst 15. Volljährig sollte man für die Aufgabe hingegen schon sein.

Für die Wahlorganisatoren kündigte Jeanette Markmann an, dass ab dem nächsten Jahr wieder nur Bewerberinnen zur Wahl einer Flämingkönigin zugelassen werden.

Bürgermeister Helmut Behrendt hatte im Vorfeld der Wahl seinen Unmut bekundet, dass männliche Bewerber zugelassen wurden. " Das entwertet die Flämingkönigin. " Er bedauerte, dass sich keine Zerbsterin zur Wahl gestellt habe. " Aber wir haben mit Ines Gärtner eine würdige Königin ", zeigte er sich dennoch sehr zufrieden mit dem Wahlausgang.

Eine Chance verschenkt, fand auch Jury-Mitglied Klaus Grigoleit, Vorsitzender des Verkehrsvereins, dass es keine Königin aus Zerbst gibt. An den früheren Königinnen wie Jeanette Markmann, Elisabeth Stöhr oder Silvia Nöbel sehe man eindrucksvoll, wie diese Aufgabe ihre Persönlichkeiten sehr positiv weiter entwickelt hätten.

Die neue Königin überzeugte auch Wirtschaftsamtsleiter Uwe Hippe, der stellvertretend für den terminlich verhinderten Landrat Uwe Schulze, an der Wahl teilnahm. Er geht davon aus, dass der Kreis als Gastgeber zusammen mit Stadt Zerbst und Verkehrsverein Zerbst, der zeitgleich das Spargelfest ausrichtet, ein schönes Flämingfrühlingsfest organisieren werden. " Ich habe ein gutes Gefühl für das Fest. " Bisher gibt es etwa 120 Bewerbungen für Gewerbe und Stände. Zum großen Umzug durch die Stadt Zerbst gibt es bisher Anmeldungen für etwa 60 Schaubilder. Weitere Rückläufe aus den fünf beteiligten Kreisen zu Festbeiträgen stehen noch aus.

" Die Wirkung wird sich verdoppeln ", erwartet Verkehrsvereinschef Grigoleit von dem Doppelfest am ersten Maiwochenende. Er hofft, dass die Region weiter zusammenwächst.

" Dein Fläming, mein Fläming, nein unser Fläming. Zerbst wird sich würdig erweisen ", versprach Bürgermeister Behrendt. Er wünscht sich, dass viele Bürger ihre Stadt für die vielen erwarteten Gäste schmücken werden.