Die neue Gebührenordnung für das Zerbster Erlebnisbad ist beschlossen. Zur Stadtratsdiskussion erneut vorgebrachte Änderungsanträge fanden keine Mehrheit.

Zerbst. Die Stadträte sollten doch " einem Modellversuch zustimmen. Lassen Sie uns doch ein Last-Minute-Ticket einführen, und dann schauen wir, wie das läuft. " Günter Benke, Stadtrat aus der Wählerliste Sport, zugleich auch Urgestein bei den Rettungsschwimmern im DLRG, kennt viele der Stamm-Badegäste in den Zerbster Gewässern persönlich. Nun liegt die neue Gebührensatzung vor, und sie hat, findet er, speziell für den Abend – " die beiden Stunden nach 18 Uhr " – Attraktivitätsreserven. " Ich schlage vor, dieses Last-Minute-Ticket oder von mir aus auch Abendkarte für zwei Euro zu verkaufen. Die ermäßigte Karte wäre für einen Euro abzugeben. "

Mit dem Antrag, der noch zwei weitere Aspekte aufgriff, eröffnete Benke die Diskussion aus dem Fachausschuss für Soziales, Schule, Kultur und Sport ( 9. Februar ) sowie dem Haupt- und Finanzausschuss ( 15. Februar ) ein drittes Mal. Was mancher gleich grundsätzlich ablehnte. Zumal Benke neben der Abendkarte anregte, die Familienkarte an Familien mit Kindern bis zu 14 statt wie vorgeschlagen bis 16 Jahren zu verkaufen und schließlich eine bereits in der Satzung enthaltene Maßgabe – die Pflicht zur Vorlage eines Nachweises beim Wunsch auf Inanspruchnahme einer Ermäßigung – aufzunehmen forderte.

Bernd Wesenberg fand, man habe in den Fachausschüssen umfassend beraten. Benkes Anträge seien zum anderen sehr komplex. Entweder rundweg ablehnen – oder zurück in die Ausschüsse mit der gesamten Beschlussvorlage.

Wilfried Bustro ( CDU ), der Stadtratsvorsitzende, verwies auf die bereits im Fachausschuss abgelehnte Abendkarten-Thematik. Hans-Ulrich Müller ( UWZ ) schließlich beantragte, über alle drei Anregungen getrennt abzustimmen.

Andreas Dittmann, der Fachamtsleiter aus dem Rathaus, verwies auf den Satzungsentwurfstext und erklärte, die Pflicht zum Nachweis des Anspruches auf eine Ermäßigung sei längst enthalten. Dadurch reduzierte sich Benkes Gesamt-Antrag auf zwei Aspekte : die Abendkarte und die Altersbeschränkung der Kinder beim Erwerb einer Familienkarte.

Detlef Schrickel ( SPD ) meldete sich zu Wort. Die öffentliche Diskussion sei nach den Fachausschussberatungen und speziell den Volksstimme-Beiträgen dazu erst richtig in Schwung gekommen. So habe sich ganz aktuell ein sehr massiver Wunsch nach einer Abendkarte herausgebildet. " Die Leute wollen zum Abend ihre Bahnen schwimmen und sonst nichts. Ich bitte den Stadtrat, dieser Änderung zuzustimmen. Der Nachlass für solche Abendkarten würde nicht allzu sehr ins Gewicht fallen ", appellierte er, ohne Zahlen zu nennen. Als Letzte zu diesem Thema nahm Heike Schrödter ( UWZ ) das Wort. Es jedem recht zu machen, sei schwer. Man solle das Votum der Ausschüsse berücksichtigen, so ihre Meinung.

Bustro ließ abstimmen. Zuerst über Günter Benkes Antrag. Nur fünf Stadträte stimmten pro Abendkarte, 15 dagegen, vier enthielten sich. Somit folgte die Abstimmung zum unveränderten Satzungsentwurf. Sie erhielt 21 Ja-Stimmen und drei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung.

Die Satzung wird nun im Amtsboten bekannt gemacht und ist dann gültig. Für bis zu drei Stunden Badespaß werden 2, 50 Euro fällig ( ermäßigt 1, 50 Euro ). Die Tageskarte kostet 5 Euro ( ermäßigt 3 Euro ). Neu sind vergünstigte Zehnerkarten. Saisonkarten entfallen.