Zerbst. " Ein Aushängeschild für die Stadt Zerbst ist das nicht ", meinte ein Leser am Sonntag am Volksstimme-Telefon. Er ist Anwohner in der Straße Zur Jannowitzbrücke. In der dortigen Sporthalle fand am Sonntag unter anderem ein Hallen-Fußballturnier des VfL Gehrden statt, zu dem fünf Mannschaften eingeladen waren. Und damit begannen die Probleme.

Wie der Leser der Volksstimme berichtete, fanden die vielen Sportler vor der Halle keine Parkplätze, die wenigen an der Hallenlängsseite sind nicht ausreichend. " Ansonsten parken die Besucher ja immer auch in der Straße. Doch auch das ist im Moment nicht möglich ", wurde die Situation geschildert. Der Grund : Die Anliegerstraße steht im Winterdienst in der Prioritätenliste nicht unbedingt an erster Stelle.

" Sie können sich ja nun vorstellen, wie das am Wochenende dort war : Die Autos parkten trotzdem auf der engen Straße, und am Ende kam keiner mehr durch ", so der Anlieger. Er verwies auf einen größeren Parkplatz hinter der Sporthalle auf der rechten Seite. Die Zufahrt zu dieser Stellfläche ist aber nur über das Betriebsgelände der Firma KmB Technologie zu erreichen ( siehe Foto rechts ), nicht aber von der öffentlichen Straße aus : Es fehlt eine Zufahrt, und gegenwärtig wachsen rings um den Parkplatz schon die Sträucher. " Warum ist es nicht möglich, dass die Sportler diesen Parkplatz nutzen ", fragte der Volksstimme-Leser. " Ich bin der Letzte, der sich dagegen sperrt ", sagte gestern auf Anfrage der Geschäftsführende Gesellschafter der Firma KmB, Klaus Krawinkel. Schon beim Bau der Straße und des Parkplatzes habe er die Idee einer Zufahrt angeboten, doch habe kein Interesse bestanden. " Und es jetzt zu machen, sehe ich nicht ein. Ich fasse deswegen kein Geld an. "

In der Stadtverwaltung überprüfe man nun die Machbarkeit. " Der Vorschlag hört sich gar nicht so schlecht an ", so Rathaus-Pressesprecher Jan Hädrich. Unklar blieb gestern noch, ob die Stadt Geld aus dem Haushalt zur Verfügung stellen darf, um eine Zufahrt zu einem Privatgrundstück zu finanzieren. " Das werden wir aber prüfen ", so der Pressesprecher. Außerdem müssen der Bedarf und die rechtlichen Dinge abgeklärt werden.