Zerbst. Traditionell wird der Gottesdienst zu Epiphanias, dem in der christlichen Kirche als Tag der Menschwerdung Gottes begangenen Festes, in der Zerbster St. Bartholomäikirche am 6. Januar auch als Stiftsgottesdienst gefeiert.

Das Geistliche Stift St. Bartholomäi, 1300 von Burchard von Barby in Zerbst gegründet, ist seit 1985 wieder aktiv tätig und heute eine kirchliche Stiftung privaten Rechts. An der Spitze steht ein Stiftskapitel mit einen Stiftsprobst und fünf Stiftsräten. Sie sind jeweils sechs Jahre im Amt.

Für Stiftsprobst Michael Blaszcyk endet in diesem Jahr seine erste Amtsperiode. In eine neue Amtszeit wird er noch nicht am Mittwoch berufen. Einen zweiten Stiftsgottesdienst gibt es traditionell um den Bartholomäustag, den 24. August.

Stiftsräte sind Oberkirchenrat i. R. Dietrich Franke, Pfarrer i. R. Dietrich Bischoff, Rechtsanwalt Thomas Hansen, Bernhard Kau und Matthias Gommlich.

Die Stiftsaktivitäten laufen " in geordneten Bahnen ", so Michael Blaszcyk.

Zuletzt hatte das Stift nach einem langwierigen Rechtsstreit vier Wohnhäuser in der Dessauer Gropiusallee rückübertragen bekommen. Sie wurden saniert. " Alle 24 Wohnungen sind vermietet ", belegt der Stiftsprobst, dass der Schritt sich " bezahlt gemacht " habe. Allerdings habe das Stift dafür einen großen Kredit aufgenommen. Der sei noch abzubezahlen. Dann gebe es auch wieder mehr Raum für andere Aktivitäten. Anliegen des Geistlichen Stiftes St. Bartholomäi ist es, aus seinen Erträgen die Arbeit in den evangelischen Kirchgemeinden in Zerbst sowie gemeinnützige und mildtätige Zwecke zu unterstützen.

Bei einem Thema hofft Michael Blaszcyk dennoch auf schnelle Klärung. Zu zwei Dritteln ist das Stift Eigentümer der Kiesgrube am Zerbster Waldfrieden. Nach Einstellung des Kiesabbaus ist der Umgang mit dem Grundstück offen. Es sei dem Anglerverein zur Pacht angeboten worden. Mehrfache Versuche der Kontaktaufnahme blieben jedoch bisher ohne Reaktion. " Normalerweise müssten wir die Fläche einzäunen, um der Verkehrssicherheitspflicht nachzukommen ", erklärt Michael Blaszcyk. Lieber wäre dem Stift ein neuer Pächter.