Zerbst. " Wo sind denn die Frauen ", fragen sich derzeit die Organisatoren des 14. Flämingfrühlingsfestes. Mit Sorge beobachten die drei Damen derzeit die eingehenden Bewerbungen und verstehen die kleine Fläming-Welt nicht mehr. " Bisher haben sich nur zwei Männer beworben. Nicht, dass diese uns jetzt falsch verstehen : Wir haben nichts gegen Männer. Aber es wundert uns schon, dass keine Frau Interesse hat, die 11. Flämingkönigin zu werden ", berichtet Marion Ostwald von der Tourismusregion Wittenberg.

Sie hofften eigentlich, mit der Präsenz der derzeit amtierenden Königin Werbung für die " angenehme Ehrenamt " ( Zitat Organisatoren ) machen zu können. Doch das gekrönte Oberhaupt macht sich im Flämig momentan so rar wie zur DDR-Zeit die Bananen.

Nur noch einige Tage läuft die Bewerbungsfrist. Derzeit gibt es zwei Anmeldungen : Ein Schüler des Zerbster Gymnasiums Francisceum hat sein Interesse bekundet sowie ein Herr, Jahrgang 1957. " Wir freuen uns, dass die Männer so viel Mut haben ", so Jeanette Markmann, die im Jahr 2000 als erste Flämingkönigin auf der Bühne stand. Doch mehr Engagement der holden Weiblichkeit würde sich das Vorbereitungskomitee wünschen.

Die Flämingkönigin hat eigentlich nur eine Aufgabe : nämlich die Region des Flämings mit ganzem Herzen zu präsentieren. " Das positive Image dafür ist schon vorhanden. Daran muss nicht mehr gearbeitet werden ", weiß Jeanette Markmann zu berichten. Auch die Tracht, die gut rund 2300 Euro kostet ( bei Königen etwa 1500 Euro ), wird gestellt und muss nicht von der zukünftigen Königin oder dem König bezahlt werden.

Wer sich für diese Aufgabe der Königin interessiert, kann sich im Landratsamt in Zerbst oder beim Verein Tourismusregion Wittenberg weitere Infos einholen und sollte sich beeilen : Der Brief mit der formlosen Bewerbung muss über das Wochenende geschrieben und am Montag in den Briefkasten gesteckt sein.