Der Winter hat Sachsen-Anhalt fest im Griff. Zum Wochenende soll eine Schneefront übers Land ziehen. Die Bauhof-Mitarbeiter sind vorbereitet. Bereits seit Mitte Dezember sorgen sie im Zerbster Umland für freie Gemeindestraßen.

Zerbst. Die gestrige Wetterruhe vor der nahenden Schneefront konnten die Mitarbeiter des Bauhofs zum Kräftesammeln nutzen. Die zwei Frauen und sechs Männer, die im Bereich der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft ( VG ) Elbe-Ehle-Nuthe im Einsatz sind, hatten frei. Immerhin soll es ab heute wieder schneien. " Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee werden am Wochenende erwartet ", berichtet Erika Reifarth, die sich ständig über die aktuellen Vorhersagen informiert. Wegen böigem Wind werde zudem mit Schneeverwehungen gerechnet, hat sie da vor allem die Verbindungsstraßen zwischen Güterglück und Flötz, Kerchau und Lindau sowie Hohenlepte und Eichholz als Schwerpunkte im Blick.

Als frühere Leiterin des VGBauhofs kennt sie die kritischen Ecken im Umland von Zerbst, das seit Jahresbeginn zur Stadt gehört. Die Bauhofstrukturen wurden erst einmal beibehalten. So kümmert sich Erika Reifarth vorläufig weiterhin um den Winterdienst in 33 Orten des Vorflämings und des Zerbster Landes. Ausgenommen sind die Ortschaften Buhlendorf, Polenzko, Straguth und Zernitz, die den Bauhof nicht in Anspruch nehmen, sowie Nedlitz, das den Winterdienst selbst organisiert.

Insgesamt 120 Kilometer Gemeindestraßen sind in dem Bereich zu beräumen, wofür sieben Fahrzeuge – vom Multicar bis zum Unimog – zur Verfügung stehen. Bei extremer Witterung starten die Bauhof-Mitarbeiter, deren Dienst normalerweise um 7 Uhr beginnt, schon um 3 Uhr morgens zu ihren jeweiligen Touren. Acht bis 41 Kilometer sind die einzelnen Routen lang. Nicht mitgerechnet sind da die Entfernungen zwischen den Einsatzorten, die zurückgelegt werden müssen. Die Bushaltestellen und Feuerwehrzufahrten werden übrigens per Hand freigeschoben. Daneben unterstützen in einzelnen Ortschaften Gemeindearbeiter den Bauhof beim Winterdienst, der für die acht Frauen und Männer am 18. Dezember mit Eisglätte eingeläutet wurde.

Seither stehen sie in ständiger Bereitschaft. Wann und wie oft sie ausrücken müssen, " entscheiden wir operativ. Wir verständigen uns da telefonisch ", erklärt Erika Reifarth, die sich täglich mit Regina Frens, der Leiterin des Zerbster Bauhofs, abstimmt. Gerade auch in Anbetracht der angesagten ergiebigen Schneefälle denkt sie an Unterstützung durch den städtischen Bauhof. " Wir versuchen, das zu schaffen ", wirbt Erika Reifarth um Verständnis, dass sie nicht überall gleichzeitig sein könnten.

" Bis jetzt haben wir alles gut gepackt ", zieht sie rückblickend ein erstes positives Fazit. Ein Problem zeichnet sich allerdings ab : " Wir haben nur noch ein bisschen Salz. " Neues ist zwar längst bestellt, die Nachlieferung verzögert sich derzeit jedoch. Also muss " sehr sparsam " gestreut werden, das heißt vor allem gezielt an Schwerpunkten wie Kreuzungen, Schrägen und auf leicht vereisenden Betonsteinpflasterstraßen. Aufgrund dessen bittet Erika Reifarth alle Kraftfahrer, ihre Fahrweise den jeweiligen Straßenbedingungen anzupassen.

Und noch einen Wunsch hat sie. Wo die Möglichkeit besteht, sollen Anwohner den Schnee vom Gehweg auf die Grünfläche statt auf die Straße kehren. Sonst passiere es, dass der Schneepflug die Garagenzufahrt zuschiebe. Apropos Kehrfahrzeug. In manch engen Dorfstraßen hat dieses enorme Probleme, seine Arbeit zu tun, da parkende Fahrzeuge sein Durchkommen behindern. Wer kann, solle sein Auto auf dem eigenen Grundstück abstellen, äußert Erika Reifarth eine weitere Bitte. Sie selbst ist über jeden Hinweis aus der Bevölkerung dankbar. " Dann können wir unsere Arbeit verbessern. "