Etwa 500 Gäste konnte der Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt ( FDP ) zum Neujahrsempfang der Stadt Zerbst am Freitagabend in der Stadthalle begrüßen. In seiner Ansprache machte Behrendt deutlich, was ihm wichtig ist und er für 2010 erwartet : eine starke Gemeinschaft in der neuen Einheitsgemeinde und mit dem Oberzentrum Dessau-Roßlau, dem Kreis Anhalt-Bitterfeld und den großen Städten Köthen, Bitterfeld-Wolfen und Aken. Wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung, für die Behrendt Anzeichen sieht, hält er ebenso für vorrangig, wie das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Menschen in Feuerwehren und unzähligen Vereinen in der zum 1. Januar auf 24 200 Einwohner angewachsenen Stadt Zerbst.

Zerbst. " Alle Ortschaften sind herzlich willkommen in der gemeinsamen Einheitsgemeinde Zerbst / Anhalt ", hob Bürgermeister Helmut Behrendt ( FDP ) in seiner Rede zum Neujahrsempfang der Stadt vor gut 500 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hervor. " Vorurteile und eventuelle Ängste müssen abgebaut werden. Der Bürger darf und wird keine gravierenden Nachteile spüren ", versprach das Oberhaupt der jetzt 24200 Einwohner zählenden Stadt Zerbst.

Nach Möckern ist das neue Zerbst mit 467, 63 Quadratkilometer Fläche die zweitgrößte Stadt Deutschlands, rechnet man Hamburg und Berlin als Bundesländer nicht mit. Zugleich gehört die Stadt zu den am geringsten besiedelten. Angesichts der künftig angespannten finanziellen Lage der Gemeinden und der rückläufigen Einwohnerzahlen ist für Behrendt die Bildung der Einheitsgemeinde " der einzig richtige Weg ". Er soll mit sichern, dass die Stadt wie bisher als Mittelzentrum im Land erhalten bleibt. Hieran sei etwa die zukünftige Sicherheit für das Gymnasium Francisceum geknüpft.

Behrendt würdigte die Anstrengungen, dass die Arbeitslosigkeit in der Region trotz Krise nicht gestiegen sei und unter dem Landesdurchschnitt liege. Zerbster Maschinenbau und Autozulieferer hätten besonders gelitten, " lassen sich aber nicht entmutigen und hoffen auf eine Erholung in den Jahren 2010 / 11 ".

Mittelstand und Gewerbetreibende seien die Garantie für ein funktionierendes Gemeinwesen in den Kommunen, so Behrendt. " Daher ziehe ich symbolisch den Hut und verspreche, mich nach Möglichkeiten und Bedarf, wie bisher, für ihre Belange einzusetzen. "

Mit eigenen Investitionen in Schulen, Kitas und Infrakstruktur habe die Stadt selbst versucht, Impulse für Handwerk, Dienstleister und Baugewerbe zu geben. 2, 6 Millionen Euro flossen und fließen in Straßen Heide, Wolfsbrücke und Kreisstraße 1245. 2, 2 Millionen Euro kostet die Umgestaltung des Zerbster Marktes. Die kommunale Bau- und Wohnungsgesellschaft setzt über 6, 5 Millionen Euro für das Mehrgenerationenhaus am Markt und für die Sanierung von Wohnungen an der Lepser Straße ein.

Für 2010 schaut Behrendt durchaus optimistisch nach vorn. Erste Signale der Erholung sieht der Bürgermeister in Projekten der Firmen Semcoglas, Schraubenwerk und Rätzel GmbH, die Industriehallen für Umsatzzuwächse an- und neugebaut hätten. KmB, Allfein, Entenspezialitäten Grimme, KD Elektrosystem und Heidewasser hätten für 2010 und Folgejahre nicht unerhebliche Investitionen angekündigt.

Zum möglichen Solarkraftwerk auf dem Zerbster Flugplatz hob Behrendt die Firma Q-Cells Thalheim als glaubwürdigen potenziellen Investor hervor. Er hoffe, mit dem Projekt eine beantragte Schweinemastanlage für 45 000 Tiere verhindern zu können.