Immer mehr Kinder nehmen am Religionsunterricht teil. Dieses positive Fazit wurde am Freitagabend im evangelischen Gemeindehaus Burg auf der vierten Tagung der Synode des evangelischen Kirchenkreises Elbe-Fläming gezogen. Allerdings fehlt es noch an entsprechenden Lehrern.

Burg / Loburg / Leitzkau / Güterglück / Walternienburg. Einen wichtigen Platz auf der Tagesordnung der Synodalen hatte der Vortrag der Schulbeauftragten Annette von Biela über den Religionsunterricht im Kirchenkreis. Sie erläuterte, wie der Lehrstoff an den verschiedenen Schulformen strukturiert ist.

Wichtige Erkenntnis : " Ein solider Religionsunterricht erreicht mehr Kinder und Jugendliche, als sich dafür angemeldet hatten. " Und so lag auch die Schlussfolgerung nahe, dass Themen des Glaubens in der Öffentlichkeit eine breite Akzeptanz fänden. Dennoch gibt es Probleme – vor allem in der Zahl der Religionslehrer, so dass noch nicht an allen Schulen unterrichtet werden könne und sich auch die Vertretungssituation schwierig gestalte.

Zunehmendes Interesse an Kirche

Auch der Vertreter des Landrates und Kreisvorstandsmitglied Bernhard Braun konstatierte " ein langfristig zunehmendes Interesse an der Kirche ". Der Kreisdirektor verwies zugleich auf die gute Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und Kirchenkreis und nannte als Beispiel den Bau des Altenheims im Burger Marienweg.

Die Synodalen nahmen darüber hinaus die Jahresrechnung 2009 zur Kenntnis und bestätigten sie ebenso wie den Beschluss des Kreiskirchenrates zur Aufhebung der Pfarrstelle Parchau / Ihleburg.

Auf der Tagesordnung stand zudem die Nachwahl eines stellvertretenden Kreiskirchenratsmitglieds für die hauptamtlich in einem kirchlichen Anstellungsverhältnis stehenden ordinierten Synodalen. Dafür kandidierten Annett-Petra Warschau und Martin Vibrans. Da keiner der beiden Kandidaten auch nach drei Wahlgängen die erforderliche Stimmenzahl bekam, wurde die Wahl auf die nächste Sitzung der Synode vertagt.

Über den Antrag von Dr. Reinhard Simon zum Klimaschutz wurde auch beraten. Schließlich wurde dem Antrag von Dr. Michael Krause stattgegeben, ihn zur weiteren Beratung in den Kreiskirchenrat und in den Ausschuss für Kirchliches Leben zu überstellen – mit dem ausdrücklichen Hinweis, das Anliegen solle nicht untergehen und in der nächsten Sitzung der Synode über einen entsprechenden Antrag entschieden werden.

Evangelische Grundschule

Informationen aus dem Kirchenkreis gab Superintendentin Ute Mertens. Sie betonte, dass das Jahr 2010 unter dem Motto " Gemeinde im Aufbruch " stehe. Denn neben dem anhaltenden Rückgang der Gemeindeglieder müsse es auch Schritte nach vorn geben. " Wir müssen uns der Frage stellen : Wollen wir fröhlich kleiner werden oder doch lieber glücklich größer ?" Sie forderte dazu auf, in neuer Weise zum Glauben einzuladen, den Glauben neu zu entdecken und an andere weiterzutragen.

Ute Mertens informierte über die Neubesetzung der Pfarrstelle Parey / Güsen mit Andreas Breit, über die Hoffnung auf eine baldige Besetzung der Pfarrstelle in Tucheim, die erneute Ausschreibung der Pfarrstelle Wollin und darüber, dass es mehrere Bewerber für die frei werdende Pfarrstelle in Burg gebe.

Wie sie weiter ferner erklärte, werden die Gemeindepädagogenstellen in Burg und Genthin neu ausgeschrieben, weil die bisherigen Gemeindepädagogen in anderen Kirchenkreisen eine Tätigkeit übernehmen werden.

Besonders erfreulich sei, dass für die Evangelische Grundschule in Burg im April der Baubeginn sein werde, so dass für 20 Kinder im August dann der Schulalltag in der neuen Schule beginnen könne.

Darüber hinaus wurde über personelle Änderungen informiert. So wird der Burger Pfarrer Joachim Gremmes nach 33 Dienstjahren am 2. Mai während eines Gottesdienstes in der Kirche Sankt Nicolai offiziell verabschiedet. Gremmes bleibe durch die Altersteilzeitregelung dem Kirchenkreis aber noch erhalten. Am 28. Mai wird der Geschäftsführer des Corneliuswerkes, Peter Hammer, in den Ruhestand gehen.

• Der Kirchenkreis Elbe-Fläming besteht in seiner jetzigen Form seit dem 1. Januar 1999. Die ehemaligen drei Kirchenkreise Burg, Genthin und Leitzkau bewahren ihre Identität durch ihr ganz unterschiedliches und reizvolles landschaftliches Gepräge.

• Im Westen und Norden

wird der Kirchenkreis von der Elbe eingegrenzt, im Süden vom Fläming. Der östliche Teil des Kirchenkreises befindet sich auf dem Gebiet des Landes Brandenburg und zeichnet sich vor allem durch die Vielzahl der Kiefernwälder aus.

• Der Kirchenkreis berührt sechs Kreise ( Havelland, Potsdam-Mittelmark, Jerichower Land, Anhalt-Bitterfeld, Schönebeck und Magdeburg ). Von den 125 000 Menschen, die hier leben, sind 22 600 in den 110 Kirchengemeinden und Kirchspielen beheimatet.

• Von den 146 Kirchen, die es im Kirchenkreis gibt, sind die romanischen Kirchen in Burg, Pretzien, Kade, Ziesar und Lostau besonders sehenswert. St. Laurentius in Loburg mit seiner Kahrling-Orgel sowie die einstige Bischofskirche St. Petri in Leitzkau gelten ebenfalls als Perlen im Kirchenkreis.

• Im Bereich Zerbst-Loburg bestehen zwei der 20 Pfarrbereiche :

Loburg-Leitzkau I :

Pfarrer Georg Struz ( Loburg ) verantwortet die Gemeinden in Loburg, Rosian, Zeppernick und Güterglück. Loburg-Leitzkau II : Pfarrerin Benita Arnold ( Leitzkau ) ist zuständig für die Gemeinden Ladeburg, Leitzkau, Dornburg, Walternienburg, Gehrden und Schora-Moritz.