Zerbst. " Wahnsinn !" Sabrina Hübner freut sich einfach nur. Die 40-Jährige Walternienburgerin ist Spargelschäl-Weltmeisterin 2010. " Ich habe so gehofft, dass ich Bernhard Robben ablösen kann ", so die Hauswirtschafterin. Denn – Sabrina Hübner ist nach 2006 zum zweiten Mal Weltmeisterin. Bernhard Robben aus dem ostfriesischen Leer schnappte ihr 2007 den Titel weg und gab ihn drei Jahre nicht wieder her.

2010, zur vom Zerbster Verkehrsverein veranstalteten 15. Weltmeisterschaft, ist alles anders. Wie es sich für einen Jubiläumsjahrgang gehört, hält der Akteure und Publikum besonders in Atem.

Den Auftakt von am diesjährigen Spargelfest-Wochenende insgesamt fünf Schälrunden machen am Sonnabendvormittag vor schon zahlreich Publikum auf der sonnigen Schloßfreiheit die Gastronomen. Die mit Zwiebelkönigin Franziska Niekamp und Verkehrsvereins-Vorstandsmitglied Frank Zimmermann ergänzte Riege mit Frank Schwarz, Michael Ludwig, Achilleas Tzanis sowie Tom Hebäcker entscheidet letzterer mit 1580 Gramm für sich.

Fünf Minuten Schälzeit hat jeder Teilnehmer. Die Spargelstangen haben dann vor den Augen der Fachjury mit Wolfgang Ryter ( Agrico Lindau ) und Achim Heyer ( Spargelhof Trüben ) zu bestehen.

Das geht den Vereinsvorsitzenden in der zweiten Runde nicht anders. Ob geübt oder nicht, der Verkehrsverein freute sich übers Mitmachen. " Wir wollen ja ganz bewusst die Vereine stärker einbeziehen ", bekräftigt der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Dornblut das Credo des Verkehrsvereins. Und dessen Vorsitzender Klaus Grigoleit geht mit bestem Beispiel voran und kann zudem seinen Vorsatz umsetzen, " mal einen Champions-League-Sieger zu schlagen ". Der steht mit Andreas Förster von den erfolgreichen Zerbster Keglern mit auf der Bühne, wie auch Bernd Adolph ( Rolandbrüder ), Hans-Jürgen Gülle ( Interessengemeinschaft Anhalt-Zerbst ), Sigrun Knäbel ( Wasserturm ) und Steffen Schneider ( Förderverein Feuerwehr ). Mit 1650 Gramm folgt Klaus Grigoleit Tom Hebäcker ins Finale.

Ihre Gegner – neben dem qualifikationslos gesetzten Titelverteidiger Bernhard Robben und Vorjahresvize Steffen Hinkelmann aus Stralsund – werden in der folgenden Runde ermittelt. Spätestens dort wird deutlich, auf welch hohem Niveau die diesjährige Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Alexander Trommer, der Gastwirt aus dem bayrischen Bad Wörishofen, " wollte mal an der Weltmeisterschaft teilnehmen ", von der er im Internet erfahren hat und verblüfft mit einer schnellen wie eigenwilligen Schältechnik. Seine 2600 g waren am Ende dieser Vorrunde zweitbestes Ergebnis hinter den 2700 g von Sabrina Hübner und vor den 2200 g von Jaroslaw Lukowski aus Polen. Alle drei kommen auf Grund der sehr guten Leistungen ins Finale. Mit in dieser Runde schälen auch Rita Wittig und Ursula Zilling von den Zerbster Karnevalisten sowie " Albrecht der Bär " Carl-Heinz Schmidt aus Bernburg.

Nicht minder engagiert schlägt sich am Sonntagnachmittag die Prominentenrunde ( Bild rechts ).

Dann aber das Finale. Mit dem Gongschlag geben die Moderatoren Lutz Köcher und René Hohenstein den Wettkampf für die sieben Teilnehmer auf der umlagerten Bühne frei. " Spargel, wir brauchen Spargel ", heißt es immer wieder, während einzelne Teilnehmer gesondert angefeuert wurden. Viel wird geschält und die Jury hat lange zu prüfen und zu wiegen. Spannend ist ‘ s und würde knapp werden.

2700 g zeigt die Waage bei Sabrina Hübner. Die glückliche Weltmeisterin kann sich über 250 Euro Siegprämie, Schärpe, Orden und Blumen freuen sowie wie alle Finalteilnehmer über eine Urkunde und weitere Präsente. Auf den Plätzen : Steffen Hinkelmann ( 2580 g ), Bernhard Robben ( 2460 ), Alexander Trommer ( 2390 ), Tom Hebäcker ( 2200 ), Jaroslaw Lukowski ( 1920 ) und Klaus Grigoleit ( 1640 ). Den geschälte Spargel, den die Teilnehmer sonst behalten können, spenden die Finalisten für die Zerbster Tafel.