Der Ortschaftsrat Nutha hat sich auf seiner Sitzung am Mittwochabend mit den Haushaltsansätzen für 2011 beschäftigt. Investitionen sind dieses Jahr nicht vorgesehen, sondern erst wieder 2012. Allerdings soll Geld in die Wohnung im Gemeindehaus fließen. Angedacht ist, das einstige Wohnzimmer in einen Ausstellungsraum umzuwandeln.

Nutha. "Es geht speziell um die uns betreffenden Zahlen." Mit den Worten läutete Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe die Beratung über die Haushaltsansätze ein. Demnach stehen Nutha in diesem Jahr insgesamt 1600 Euro für Dorffeste, Zuschüsse an Vereine, Ehrungen usw. zur Verfügung. Die Grundlage für die Höhe der Summe ist ein neu eingeführter Berechnungsmodus, der aus der angespannten Finanzlage der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst resultiert. Jede Ortschaft erhält künftig 6 Euro pro Einwohner. "Uns trifft das nicht so wie andere", bemerkte Sylvia Rothe. Während Orte wie Reuden oder Zernitz nun mit deutlich weniger Geldern auskommen müssen als bislang, deckt sich der Betrag in Nutha mit dem des Vorjahres.

Auch sonst gab es kaum Veränderungen. Auffallend war einzig, dass die Mittel bei der Unterhaltung des Gemeindegrundstücks im Großen Winkel um 4000 auf 5000 Euro erhöht wurden. Wie die Ortsbürgermeisterin erläuterte, beinhaltet diese Position neben Kornmuseum und Backhaus ebenfalls das Gemeindehaus und in dieses soll 2011 Geld fließen. So ist angedacht, die bisherige Mietwohnung umzunutzen. Das einstige Wohnzimmer soll in einen Ausstellungsraum umgewandelt werden. Zugleich muss etwas an der Elektroanlage gemacht werden, wie Sylvia Rothe darlegte.

Unterdessen stolperte Birgit Herrmann über die 1000 Euro, die für eine Reinigungskraft eingestellt waren. "Wer oder was ist das?", wunderte sie sich über diese Haushaltsstelle. "Eine Reinigungskraft haben wir nicht und verputzt wird auch nicht so viel", entgegnete Sylvia Rothe und versprach, diesbezüglich in der Kämmerei mal nachzufragen. Dort wird sie sich ebenfalls erkundigen, weshalb plötzlich 500 Euro für "Unterhaltung Abwasser- kanal" veranschlagt sind. Dafür sei doch der Abwasserweckverband zuständig, grübelte Birgit Herrmann über diese Position. "Wir zahlen ja Abwasser- gebühren und dafür sollen doch Kanäle instandgesetzt werden", stimmte ihr Bernhard Rothe zu. Aber vielleicht sei das Geld für den Fall eingeplant, falls etwas an den Hausanschlüssen sei, überlegte er.

Langer Winter erhöht die Stromkosten

Ebenfalls ins Auge fiel Birgit Herrmann die Mietzahlung für die Bushaltestelle, die mit 100 Euro angesetzt war. Sylvia Rothe erklärte, dass es sich dabei um die Bushaltestelle in Nutha handelt, die teils auf privatem Grund und Boden stehe. Die Ausgabe sei nicht neu, sondern jetzt anscheinend nur separat ausgewiesen, führte sie aus.

Dass die Stromkosten für das Gemeindegrundstück im vergangenen Jahr erheblich in die Höhe geschossen sind, blieb auch nicht unbemerkt. Kalkuliert waren 1800 Euro, die Abrechnung zum 31. Dezember 2010 ergab 3240,50 Euro. Den enormen Anstieg begründete Sylvia Rothe mit dem starken Winter, in dem sie versucht hätten, alles eisfrei zu halten.

Apropos Winter. Vielerorts verursachten Schnee und Eis Schäden an den Fahrbahnen, die ausgebessert werden müssen. Das spiegelt sich in den Kosten für die Straßenunterhaltung wider, an denen die Ortschaft Nutha beteiligt ist. Mehrausgaben von 5500 Euro sind hierfür veranschlagt.

Mittel für Investitionen sind indes nicht eingestellt. Das bewog Bernhard Rothe nachzufragen, was mit den angedachten Maßnahmen sei. Als Beispiel nannte er die Regeneinläufe, die im Kirchende in Niederlepte gesetzt werden sollten. "Ich denke, das wird im Gehwegbau drinstecken", blickte Sylvia Rothe auf die Planungsvorschau für 2012. In dem Zusammenhang erklärte die Ortsbürgermeisterin, dass in diesem Jahr die Herrichtung des unbefestigten Weges zur Nuthaschen Mühle Priorität habe. Die Beleuchtung dort soll dann nächstes Jahr folgen.

Den Antrag des örtlichen Reitvereins auf finanzielle Unterstützung bei der Werterhaltung des Reitplatzes in Nutha-Siedlung sprach Carola Stein an. "Das würde unter Verfügungsmittel fallen", erläuterte sie den Ratsmitgliedern. "Und mehr als die 1600 Euro gibt‘s nicht", betonte sie. Ob und in welcher Höhe der Verein einen Zuschuss bekommt, das wollte der Ortschaftsrat im nicht- öffentlichen Teil beraten.