Seit gestern sind sie wieder einmal im Museum vereint, die beiden Zerbster Butterjungfern. Nach der Restaurierung in der Hallenser Werkstatt von Peter Schöne ist die im Oktober durch einen Unfall von ihrer Säule auf dem Markt gestürzte Figur in Zerbst zurück und wartet auf ihre Wiederaufstellung.

Zerbst. Mit nötiger Kraft und gleichsam Vorsicht heben Museumsdirektor Heinz-Jürgen Friedrich und Restaurator Peter Schöne die Butterjungfer auf den vorbereiteten Sockel im Refektorium des Museums. Zehn Wochen war die mehr als 350 Jahre alte vergoldete Bronzefigur zur Reparatur in Halle.

"Die Zuschnürung des Geldsäckchen war abgebrochen. Zum Glück war das Teil da. Es nachzuarbeiten wäre sehr schwierig und aufwändig geworden", sagt Restaurator Schöne. So konnte das Teil wieder angeschweißt werden. Der Bereich wurde mit Korrosionsschutz behandelt, die Schadstelle neu mit Blattgold belegt. Die nötigen Trocknungsphasen dieser sogenannten Ölvergoldung, die besonders für Objekte angewendet wird, die im Freien stehen, sorgten dafür, dass die Zerbster Butterjungfer etwas länger als geplant in der Restauratorenwerkstatt blieb.

Jetzt aber ist sie bereit für die Rückkehr auf den Markt. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Heinz-Jürgen Friedrich könnte sich vorstellen, die Figur über die Zeit der 46. Zerbster Kulturfesttage im Museum zu behalten und dort neben der Butterjungfer von 1516 zu präsentieren.

Museumsdirektor und Restaurator zeigen sich besorgt, dass sich der Vorfall wiederholen könnte, hoffen auf "schützende Maßnahmen".

Die wird es nicht geben, informiert Bernd Köhler, städtischer Leiter Bauverwaltung, auf Volksstimme-Nachfrage. "Der Markt ist verkehrsberuhigte Zone mit höchstens 10 km/h. Wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten, passiert auch nichts", nennt er einen Grund, dass Poller oder ähnliches um die Jungfer-Säule herum unnötig seien. Zudem sei die Marktgestaltung mit der Denkmalpflege abgestimmt.

Nicht zuletzt: Gebe es – selbst neu vereinbarte – Änderungen an der Pflasterung, wäre die Strabag, die den Markt gebaut hat, aus der Gewährleistung, die Stadt in der Verantwortung für die Instandhaltung.

In einzelnen Fällen, wie etwa für den geplanten Wappenbaum, sei das vertretbar. Für Maßnahmen, wie sie an der Butterjungfer nötig wären, so der Amtsleiter, nicht.