"Jahresaufgaben erfüllt." Irene Stephan, seit einem Jahr Vorsitzende des Zerbster Heimatvereins, nimmt Anleihe bei einer Fernsehsendung, in der es um Tagesaufgaben geht. Zur Jahreshauptversammlung des Vereins blickte sie auf "ein gutes Jahr" zurück. 2011 soll nicht weniger ereignisreich werden.

Zerbst. In doppelter Form ließen die Mitglieder des Zerbster Heimatvereins am Freitagabend im Versammlungsraum der Volksbank Projekte und Erlebtes im vergangenen Arbeitsjahr Revue passieren. In den Berichten von Irene Stephan, die als Vereinsvorsitzende mit einem neu gewählten Vorstand im vorigen Jahr die Arbeit aufgenommen hat, von Schatzmeister Hans Schuch und Rechnungsprüfer Franz Stephan. Und als Computerpräsentation von Helmut Hehne. Er hat mit Doris Pannier und Angelika Bauer, die im Verein die Öffentlichkeitsarbeit verantwortet, die Chronik auch auf diese Weise aufgearbeitet.

So gab es den Rückblick zum Beispiel auf die Vereinsbeiträge zu den Zerbster Kulturfesttagen, auf verschiedene Fahrten, auf die aktive Teilnahme an Stadtfesten, dem Tag des offenen Denkmals oder der Einweihung des neu gestalteten Zerbster Marktes oder die nach schwieriger Ämterodyssee letztlich geglückte Enthüllung eines informativen Zusatzschildes am Wäschke-Weg.

"Nicht das gesamte Engagement unserer Mitglieder kann man aus dem Arbeitsplan entnehmen", ging die Vereinsvorsitzende auf zusätzliche Initiativen ein. Die von Heidrun Franke etwa, die mit ihren Mundart-Geschichten auch in die Schulen geht oder die von Franz Stephan und Helmut Hehne gestaltete Ausstellung zum 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum von Zerbst und Jever.

Das Jahr 2010 startete mit dem Umzug der Heimatvereins-Geschäftsstelle in die Puschkinpromenade 2. "Unser Büroraum ist jetzt größer und gemütlicher, aber ein zweiter Raum, um die vielen Materialien lagern zu können, wäre noch unser Wunsch gewesen", so Irene Stephan.

Mögliche Unterstützung diesbezüglich sagte Bürgermeister Helmut Behrendt (FDP) zu. Gleichzeitig dankte er den Vereinsmitgliedern. "Sie bringen sich in vielen Bereichen aktiv ein. Erfreulich ist auch die zunehmende Zusammenarbeit unter den Zerbster Vereinen, die sich mit der Stadtgeschichte beschäftigen", so der Bürgermeister.

Die Mitglieder des Zerbster Heimatvereins haben auch für das neue Jahr einiges vor, wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dirk Herrmann mit der Vorstellung des Jahresplanes deutlich machte. Nach dem Auftakt mit zwei Vorträgen zu den 46. Zerbster Kulturfesttagen gehören dazu unter vielem anderem das Anbringen einer erneuerten Gedenktafel für die ehemalige "Deutsche Schänke" auf dem Markt zur Jahrestag der Zerstörung von Zerbst am 16. April 1945, die Teilnahme an Umzügen des Zerbster Bollenmarktes wie auch das Fläming-Frühlingsfestes in Magdeburgerforth und des Stadtfestes zu 1050 Jahren Zörbig.

Vereinsmitglieder haben sich intensiv mit der Zerbster Kinogeschichte beschäftigt. Die Ergebnisse, so Dirk Herrmann, sollen noch in diesem Jahr publiziert werden.

Ein mögliches längerfristi-ges Vereinsprojekt wurde auf der Jahreshauptversammlung ebenfalls angeregt. Es geht um die Wiederherstellung jenes Sandsteinreliefs an der Stadtmauer hinter der Orangerie im Schloßgarten, das die einstige Grenze zwischen dem städtischen und dem fürstlichen Bereich markiert. Realisierbar ist das kostenaufwändige Vorhaben nur mit der Unterstützung von Sponsoren.