Nur bis Ende 2012 ist die Sekundarschule Loburg sicher. Das bestätigte das Kultusministerium. Danach sieht das Ministerium die Sekundarschule nicht mehr als Einzelstandort. Dennoch gibt es noch einige Optionen für die Loburger.

Loburg. Der Gewerbeverein Loburg war in der vergangenen Woche im Magdeburger Landtag. Die Gewerbetreibenden sorgen sich um den Fortbestand der Sekundarschule in Loburg. Der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Kurze organisierte für seine Besucher ein Treffen mit Kultusministerin Birgitta Wolff (CDU). Mit der Ministerin diskutierten die Unternehmer über verschiedene Möglichkeiten des Erhalts des Schulstandortes, sagte Kurze.

Drei Varianten nannte der Landtagsabgeordnete auf Nachfrage der Volksstimme: Möglich sei demnach ein Schulstandort mit einer Außenstelle. Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass die Lehrer dies mittragen, nannte er. Als weitere Option führte er den Wechsel der Schule in freie Trägerschaft an. "Loburg hat eine starke Kirchengemeinde. Diese Möglichkeit sollte überprüft werden", rät er weiter. Eine dritte Option sei ein Pilotprojekt für den Loburger Standort, sieht er ebenfalls als eine weitere Möglichkeit.

An allen möglichen Optionen werde momentan gearbeitet, sagte er weiter. Kurzes Landtagskollege Matthias Graner (SPD) will sich öffentlich nicht so weit vorwagen. Er wolle Gespräche mit dem Ortsbürgermeister und den Eltern führen. Dennoch sieht auch er noch verschiedene Wege, um die Schule mittelfristig zu erhalten.

Denkbar, so Kurze, seien auch Abkommen mit dem Nachbarkreis Anhalt-Bitterfeld. Die angrenzenden Ortschaften aus dem Nachbarkreis könnten ihre Schüler ebenfalls nach Loburg schicken. Dazu müsste es allerdings auf Kreisebene Verständigungen geben. Allerdings sei der Nachbarkreis nicht gerade sehr gesprächsbereit zu dem Thema, bedauerte Kurze weiter.

Das Kultusministerium werde sich einer solchen Lösung nicht verschließen, teilte die Pressestelle auf Anfrage mit. Verlangen könne dies das Ministerium nicht, heißt es weiter.

Für die Fachleute im Ministerium ist indes klar, dass die Loburger Sekundarschule nach 2012 nach den bisherigen Zahlen als Einzelstandort keine Zukunft hat, teilte Pressesprecher Fabian Herrmann mit.

Kurze hofft nun auf Vermittlungsgespräche des Kultusministeriums mit Landrat Uwe Schulze aus dem Nachbarkreis. "In Zerbst platzt die Sekundarschule aus allen Nähten", beschreibt er die Situation. Offenbar ist der Nachbarkreis deswegen bestrebt, die Sekundarschule in Zerbst zu erweitern. Diese Erweiterung sei unsinnig, wenn in der Nähe mit Loburg eine Schule vorhanden ist, spricht sich Kurze aus. Nach wie vor hofft er, dass es eine Lösung für den Erhalt des Einzelstandortes gibt.

Das hofft auch Ulf Drzymala, Chef des Gewerbevereins. Er bestätigte, dass das Ministerium helfen wolle, mit dem Nachbarkreis eine Regelung zu finden. Ob dies allerdings gelingen kann, bleibt offen. Mittelfristig über 2012 wollen die Mitglieder des Gewerbevereins die Sekundarschule in ihrer Stadt erhalten, sagt der Chef des Gewerbevereins. Langfristig wollen die Gewerbetreibenden deshalb bereits jetzt das Thema breit diskutieren und alle möglichen Varianten für die Zukunft prüfen, sagte er weiter.