Made in Anhalt, Mittelelbe, Dübener Heide – drei Namen, drei Marken, die für eine Region Anhalt in der Öffentlichkeit stehen. Landrat Uwe Schulze mahnt indes: Die Marken dürfen untereinander nicht zur Konkurrenz werden.

Zerbst. Mit der öffentlichen Vorstellung des neuen Labels "Made in Anhalt", das Prinzessin Corinna von Anhalt entworfen hat, kam Konkurrenz auf den Marken-Markt. Darauf machte Landrat Uwe Schulze aufmerksam. "Ich finde die private Initiative toll, Anhalt dem Verbraucher als Gütesiegel vorzustellen", sagte Schulze im Volksstimme-Gespräch. "Aber es gibt bereits bestehende Marken in der Region, die nicht vergessen werden sollten." Der Landrat verweist auf die regionale Dachmarke "Mittelelbe" und die Marke "Dübener Heide".

"Beide haben sich etabliert, was einige Anstrengung gekostet hat", so Schulze. Mit der Einführung "Made in Anhalt" sollten diese Siegel nicht hinten runterfallen. "Während der Internationalen Grünen Woche hatten wir Gespräche mit der Initiatorin Corinna von Anhalt, bei denen ich darauf hingewiesen habe, dass eine Zusammenarbeit und Abstimmung der Marken für alle von Vorteil sein könnte." Dies sei positiv aufgenommen worden.

Die Marken "Mittelelbe", "Dübener Heide" und "Made in Anhalt" haben in Teilen regionale Überschneidungen und bereits jetzt gibt es Produzenten, die in mehreren Vermarktungsstrategien engagiert sind. So ist Stefan Wallwitz sowohl Schatzmeister bei dem Verein "Mittel-elbe" als auch einer der ersten, der "Made in Anhalt" vorantreibt. Wallwitz betreibt mehrere Läden in Zerbst und Dessau unter dem Namen "Kiekinpott", in denen regionale Produkte verkauft werden. "Die Ansprüche der Beteiligten an den Marken sind unterschiedlich", erklärt Wallwitz. Bei "Mittelelbe" muss die Wertschöpfung zu 100 Prozent in der Region stattfinden: Die Milch und die Gewürze für den Schafskäse, der mit diesem Label für sich werben darf, müssen aus dem Gebiet kommen, dort gewachsen und geerntet werden. Dagegen kann bei "Made in Anhalt" auch ein Kaffeeröster mitmachen, der den Kaffee in der Region zwar veredelt, ihn hier aber nicht anbaut.

"Ich sehe da keine Konkurrenz der Marken. Wir wollen alle das Gleiche, nämlich dem Verbraucher unsere Produkte schmackhaft machen", sagt Wallwitz. Er könne allerdings die Sorge des Landrates verstehen, der die bisherigen Anstrengungen für die öffentlich geförderte "Mittelelbe"-Marke nicht umsonst geschehen sehen will.

Tobias Lehnert, der gemeinsam mit Prinzessin von Anhalt die Marke "Made in Anhalt" vermarktet, sieht dagegen keine Probleme im Nebeneinander der Gütesiegel. "Wir befruchten uns doch gegenseitig in unserer Motivation, die Region nach vorn zu bringen." Außerdem verstehe man sich als i-Tüpfelchen auf dem "I" in der Region Anhalt und dem anstehenden Jubiläum "800 Jahre". Es sei im Sinne der Verbraucher, ihnen qualitative Erzeugnisse anzubieten und darauf mit Hilfe der Marken hinzuweisen. "In der Marktwirtschaft setzt sich der durch, der gewünscht ist", erklärte Lehnert.

Die Frage nach der Nachhaltigkeit und der Qualität stellt auch Landrat Schulze. Für "Mittelelbe" gebe es festgelegte Kriterien, so Schulze. Er denke, dass das auch für "Made in Anhalt gelte. Und er hoffe, die Privatinitiative der von Anhalts gehe auch über das Jubiläum "800 Jahre Anhalt" hinaus. "Da bin ich aber optimistisch."