So wie Berlin immer im Februar mit der Berlinale zum Mekka der Filmwelt wird, so wird Zerbst zu einem kulturellen Mekka. Nicht ganz so prominent, aber nicht weniger besuchenswert. Und vier Wochen lang. Am Sonnabend beginnen die 46. Zerbster Kulturfesttage.

Zerbst. Jeder neue Kulturfesttage-Jahrgang ist ein kleines Wunder. Es geht hervor aus einem Ereignis, das stattliche 46 Jahre lebendig und dessen Ende nicht vorstellbar ist. "Die Zerbster Kulturfesttage sind auch nach 46 Jahren kein Einheitsbrei. Immer wieder fließen neue Ideen ein", nennt Kulturamtsleiter Andreas Dittmann den wohl entscheidenden Grund dafür.

Genau der macht auch das Programm der diesjährigen Kulturwochen aus. Ein sehr junges Programm ist es, so der Kulturamtsleiter, und ebenso wieder eines, das durch alle Generationen geht. Ein Programm ist es auch, dem erstmals in neuer Weise der Sprung über die Grenzen der (Kern)-Stadt Zerbst gelingt. Grundschulen der im vergangenen Jahr nach Zerbst eingemeindeten Orte bringen sich in das Programm und in die Hobbyausstellung ein.

Angerichtet ist ein Kulturfesttage-Menü mit 32 Einzelveranstaltungen und sechs Ausstellungen. Morgen erhält es seinen festlichen Auftakt. Der sieht, auch das ist ein Stück dieser Festtage-Lebendigkeit, wieder etwas anders aus als in den Vorjahren. Sowohl der Festakt als auch die Vernissage der Personalausstellung finden an einem Nachmittag statt.

Die eigentliche Eröffnung der Kulturfesttage gibt es ab 14.30 Uhr in der Aula des Francisceums. Neben der Festrede des Bürgermeisters wird vor allem Christoph Reuter am Klavier die Besucher fesseln. Die 2010 erstmals ausprobierte Form eines Solokonzertes in diesem Rahmen hatte großen Anklang gefunden.

Der gefragte Jazzpianist und Komponist Christoph Reuter wird über verschiedene Themen, so von Fasch und Bach, improvisieren und Elemente des Jazz und Pop in die Musik einfließen lassen. Des Weiteren präsentiert er Stücke seines aktuellen Soloalbums "Mind snapshots". Das Konzert ist zugleich ein Brückenschlag zu den 11. Internationalen Fasch-Festtagen. In deren Rahmen gestaltet der Musiker mit der Band "l‘arc six" die "Fasch-Midnight".

Dann ist Gelegenheit zu einem ersten Ausstellungsbesuch, zum Beispiel in der "Jungen Kunst in Anhalt" im Francisceum.

Um 17 Uhr steht im Museum die Malerin Denise Richardt im Mittelpunkt. Die Vernissage ihrer Personalausstellung "Ideallandschaften" wird von Linn Richardt, Querflöte, musikalisch umrahmt.