Eine rundum positive Bilanz konnte Thomas Mücke am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Nutha/Niederlepte ziehen. Der Ortswehrleiter ist stolz auf seine engagierte Truppe, die sich stetig bei Lehrgängen, Diensten und Übungen weiterbildet. Neben der Qualifikation stimmt der junge Altersdurchschnitt der Kameraden optimistisch.

Nutha. Vor einem Jahr fand ein Generationswechsel an der Spitze der Ortsfeuerwehr Nutha/ Niederlepte statt. Damals übergab Bernhard Rothe den Staffelstab des Ortswehrleiters an Thomas Mücke. Darin, dass es die richtige Entscheidung war, sah er sich nun bestätigt. Er sei froh, dass es so gut weiterlaufe, erklärte Bernhard Rothe am Freitagabend. Vor allem freute ihn, wie es vorangeht. "Ich hoffe, dass es noch viele Jahre so weitergeht", betonte er.

Um die Zukunft der Wehr machte sich der stellvertretende Abschnittsleiter des Feuerwehrabschnitts Nord, Heiko Bergfeld, beim Blick auf die vor ihm sitzende recht junge, motivierte Truppe generell keine Sorgen – vorausgesetzt, berufliche Gründe zwingen nicht zum Wegzug. Auch er würdigte das Engagement der jungen Führungsriege. Gleichzeitig hob Bergfeld hervor, dass eine Wehrleitung nichts ohne ihre Kameraden sei.

Dem stimmte Thomas Mücke unumwunden zu. Und dass die 30 aktiven Kameraden mitziehen, belegte sein Bericht. Durchschnittlich die Hälfte von ihnen nahm 2010 an den Dienstabenden teil. Nicht geringer fiel die Beteiligung an den zwei Übungen aus, die sie mit anderen Ortsfeuerwehren durchführten und bei denen es um die Schulung grundsätzlicher Fertigkeiten bei der Brandbekämpfung sowie der technischen Hilfeleistung ging. Dieses gemeinsame Erlernen und Vertiefen wichtiger Handgriffe wird fortgesetzt. Auch für dieses Jahr sind wieder solche Ausbildungsveranstaltungen zusammen mit den Kameraden aus Güterglück, Hohenlepte, Moritz, Gödnitz, Gehrden, Walternienburg und Buhlendorf geplant.

"Ich hoffe, es geht so weiter"

"Die ortsübergreifende Zusammenarbeit ist der einzig richtige Weg", bemerkte Heiko Bergfeld. Er schätzte, dass in zehn, 15 Jahren wohl nur noch 16 oder 17 der jetzt 27 Ortsfeuerwehren der Stadt Zerbst bestehen. Hauptgrund ist der fehlende Nachwuchs.

Ernsthafte Probleme haben die Nuthaer damit bislang nicht. In der Kinderfeuerwehr machen momentan vier Mädchen und Jungen mit. Genauso viele Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr. Zum Stellen einer Mannschaft bei Ausscheiden reicht die Anzahl von vier Jugendlichen allerdings nicht aus, weshalb sie sich da im vorigen Jahr mit den Walternienburgern zusammentaten. "Die Aktivitäten mit den Nachbarwehren werden wir vertiefen", dachte Jugendwart Lars Neundorf dabei an Güterglück und Moritz.

Nach einem einsatzfreien Jahr musste die Ortsfeuerwehr Nutha/Niederlepte 2010 zweimal ausrücken – im Juli zu einem in der Elbe versenkten Auto und im Dezember zu einem "vermeintlichen Waldbrand", wie es Thomas Mücke ausdrückte. Kurz vor dem Jahreswechsel folgte schließlich noch eine Atemschutzübung in der Einrichtung des Albert-Schweitzer-Familienwerkes in Niederlepte.

Darüber hinaus bildeten sich mehrere Kameraden in ihrer Freizeit bei verschiedenen Lehrgängen weiter. So verfügt die Ortsfeuerwehr nun über weitere zwei Atemschutzgeräteträger, drei Truppführer und einen Maschinisten. Außerdem schlossen fünf Wehrmitglieder erfolgreich die Funkerausbildung ab. Und auch in diesem Jahr wollen sich einige Kameraden qualifizieren, wusste Thomas Mücke, der sich da mit einem Zugführer-Lehrgang einschloss. Zugleich wies der Ortswehrleiter darauf hin, dass die Führungskräfte der Wehr bisher allein aus Niederlepte kommen, in Nutha fehlten sie.

Die Bereitschaft, sich fortzubilden, spiegelt sich letztlich im Dienstgrad wieder. So konnten während der Jahreshauptversammlung neben der Ehrung langjähriger Mitglieder fünf Kameraden befördert werden. Zu ihnen gehörte Lukas Sens. Gerade 18 geworden, wechselt er nun als frisch gebackener Feuerwehrmann in die aktive Einsatzabteilung. Diese wird demnächst noch durch eine junge Kameradin verstärkt, wie Thomas Mücke bemerkte.

"Ich bin stolz auf Euch"

Seine Vorschau auf 2011 verband er mit der Hoffnung, dass in Nutha endlich die Löschwasserversorgung abgesichert wird. Vorgesehen ist, auf dem Dorfplatz eine Zisterne zu errichten. Ob es in diesem Jahr tatsächlich dazu kommt, wird die in Kürze im Stadtrat beginnende Haushaltsberatung zeigen.

Thomas Mücke ging ebenfalls auf die gesellschaftlichen Aktivitäten der Ortsfeuerwehr ein. Er nannte da beispielsweise das Osterfeuer oder das Maibaumrichten – Traditionen, die fortgeführt werden. Er ließ aber auch die tatkräftige Unterstützung beim Backofenfest in Nutha nicht unerwähnt.

2011 wollen sich die Kameraden dann erstmals beim alljährlichen Kinder- und Straßenfest in Niederlepte mit einer Feuerwehr-Olympiade einbringen, was Sylvia Rothe erfreut registrierte. "Es ist toll, was ihr leistet", lobte die Ortsbürgermeisterin wenig später das vielfältige Engagement der Kameraden. "Ich bin stolz auf Euch", erklärte sie.

Dass sich die Ortsfeuerwehr "immer super" nach außen präsentiert, fand der stellvertretende Ortswehrleiter Michel Hellfritsch, als er auf die Wettkämpfe im vergangenen Jahr zurückblickte. Er erinnerte an den Kreisausscheid in Thalheim sowie den Nachtpokallauf in Güterglück.

Auch der erste stellvertretende Zerbster Stadtwehrleiter Fritz Maschke nahm an der Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus von Nutha teil. Er informierte die Kameraden, dass die Ortsfeuerwehren nun nach und nach mit den digitalen Funkgeräten ausgerüstet werden. Im zweiten, dritten Quartal soll dann der Probebetrieb im Landkreis Anhalt-Bitterfeld starten.

Ferner berichtete er, dass auf Stadtebene geplant sei, künftig für alle Ortsfeuerwehren eine zentrale Truppmannausbildung anzubieten. Details sollen auf der nächsten Wehrleiterdienstberatung besprochen werden.