Zentrale Lage, ebenerdige Räume - die DRK-Begegnungsstätte auf dem Markt kommt gut an. 718 Menschen, vornehmlich Senioren, dazu noch weitere 35 in den Sportgruppen nutzen die bereitgestellten Angebote. Das Interesse an Fachthemen, beispielsweise zur Pflege, liegt allerdings noch unter den Erwartungen. Hier sollen weitere Aktivitäten entfaltet werden.

Zerbst. Helle, großzügige Räume kennzeichnen die neue DRK-Begegnungsstätte am Markt. Seniorengerecht und leicht zu erreichen, stellt sie für viele Senioren einen Teil des gesellschaftlichen Lebens dar Am 30. August letzten Jahres wurde sie eröffnet und Ruth Buchmann, Bereichsleiterin Zerbst, verkündet stolz: "Wir sind in den neuen Räumlichkeiten gut angekommen und werden sehr positiv aufgenommen."

Unter dem Motto "Gemeinsamkeit statt Einsamkeit" bietet die Begegnungsstätte Tanz- und Gesangsangebote, aber auch Spielnachmittage an. "Unsere Kurse sind mit 40 Leuten meistens maximal ausgefüllt", erzählt Buchmann. Im Vordergrund stehen hier die alleinstehenden Senioren, die sich nicht der Isolation ergeben wollen. "Teil einer Gesellschaft zu sein, ist gerade im Alter unglaublich wichtig", weiß die Bereichsleiterin. Mittlerweile besteht auch die Möglichkeit, die eigene Geburtstagsfeier in den Räumlichkeiten der Begegnungsstätte auszurichten.

"Zu den Fachthemen kommen die Menschen erst, wenn es akut ist."

Informationsveranstaltungen mit Fachthemen wie Fußpflege, Versicherungen oder Vorsorgemöglichkeiten konnten die breite Masse noch nicht erreichen. "Gerade im Pflegebereich besteht ein hoher Informationsbedarf. Mit größerem Wissen könnte man sich vieles erleichtern", sagt Buchmann. Gründe für das Nichterscheinen sind auch schnell gefunden. "Viele Menschen möchten sich damit einfach noch nicht abfinden. Sie melden sich erst, wenn es akut ist", so Buchmann. Für die Zukunft wird daher überlegt, diese Vortragsthemen an das monatliche Frühstück zu koppeln. "Hier ist einfach Aufklärungsarbeit notwendig und zum Frühstück würde sich das anbieten, da dort viele erreicht werden", erklärt Buchmann.

Auch im Bereich der Kinder- und Jugendangebote gibt es noch Potenzial. Vereinzelt wurden bereits Plätzchenbacken und Erste-Hilfe-Kurse für die Abc-Schützen angeboten. Gerade eine Kombination von Senioren und Jugend hält Buchmann für wichtig. "So lernen beide die Probleme der anderen Seite kennen und können mehr Verständnis für die andere Gruppe entwickeln." Dazu wurde nun bereits der Kontakt zu den Jugendclubs aufgenommen, um in diesem Bereich weitere Angebote machen zu können. Allerdings hat Buchmann auch viel Verständnis für die Kinder und Jugendlichen. "Der Schulalltag ist heutzutage auch sehr lang, da muss man verstehen, wenn sie nachmittags nicht mehr unbedingt wollen." Dementsprechend werden sich die Angebote hier auf den Ferienzeitraum konzentrieren.

"Wir sind keine Konkurrenz, sondern unser Angebot dient als Ergänzung."

Ein großes Ziel für die Zukunft ist auch, die Zusammenarbeit mit der Volkssolidarität und der Diakonie weiter zu verbessern. "Wir sind keine Konkurrenz, sondern verstehen unser Angebot als Ergänzung zu dem, was in Zerbst bereits besteht", erklärt Buchmann. Gemeinsame Busfahrten zu bestimmten Ausflugszielen stehen da ganz oben auf der Liste. "Wir haben ja Gäste, die ohnehin bei verschiedenen Einrichtungen ihren Tag verbringen, also warum dann nicht gemeinsam verreisen", sagt Buchmann.

Insgesamt wurde in den vergangenen knapp sechs Monaten bereits viel erreicht. Für Anregungen seitens der Senioren sind die Mitarbeiterinnen Katrin Liedtke und Christina Saalbach immer offen. In den nächsten Tagen werden Fragebögen unter den Senioren verteilt, um deren Meinungen und Wünsche einzuholen. "Wir haben immer noch Entwicklungspotenzial und wollen stets unser Programm erweitern", sagt Buchmann.