Mit der Einschulung beginnt für ein Kind ein bedeutender Lebensabschnitt. Um sicherzustellen, dass es den bestmöglichen Schulstart und die nötige Unterstützung erhält, durchläuft es die so genannte Schul- eingangsuntersuchung. Betrachtet Amtsarzt Dr. Norbert Preden die Untersuchungsergebnisse der jüngst eingeschulten Kinder, wird deutlich, viele sind nicht nur etwas übergewichtig, sondern gesundheitsgefährdend adipös (fettleibig).

Zerbst. Im Raum Zerbst leben statistisch gesehen die meisten adipösen Schulanfänger des gesamten Landkreises. Das wird aus den Daten der so genannten Schuleingangsuntersuchung (2010) deutlich.

Von Februar bis August des vergangenen Jahres wurden 1168 Anhalt-Bitterfelder Kinder hinsichtlich ihrer schulischen Lernvoraussetzungen untersucht. 6,8 Prozent (80 Kinder) davon waren krankhaft adipös. Im Raum Zerbst waren von 170 untersuchten Kindern 10 Prozent (17 Kinder) adipös und 5,3 Prozent (9 Kinder) übergewichtig. Im Raum Köthen sind dagegen 8,1 Prozent adipös und 10,3 Prozent übergewichtig. Die "besten" Werte zeigten die Schulanfänger aus dem Raum Bitterfeld mit 5,6 Prozent adipösen und 8,21 Prozent übergewichtigen Kindern.

Obwohl sich der Kreis Anhalt-Bitterfeld mit diesen Werten in das Gesamtbild des Landes Sachsen-Anhalt einordnet, gibt Amtsarzt Dr. Norbert Preden zu verstehen: "6,8 Prozent - Das sind sehr viele. Es handelt sich hierbei nicht mehr nur um moppelige Kinder im Sinne eines Schönheitsmakels, sondern um ernsthafte Erkrankungen mit gesundheitlichen Folgen."

Ein sechsjähriges Kind, das schon ernsthaft fettleibig ist, erkrankt im Alter von 16 Jahren häufiger an Bluthochdruck und zehn Jahre später häufiger an Diabetes mellitus. Das zeigt zumindest die Erfahrung des Amtsarztes, die sich zudem durch zahlreiche statistische Daten belegen lässt.

Was sich ebenfalls durch Datenerhebungen belegen lässt: Die Vorsorgeuntersuchungen (bekannt unter U1 bis U10) werden von den Eltern - obwohl sie freiwillig sind - sehr ernst genommen. So werden 97 Prozent aller Kinder bis zum ersten Lebensjahr und 90 Prozent aller Kinder bis zum vierten Lebensjahr (Anhalt-Bitterfeld) dem Arzt zu den jeweiligen Vorsorgeuntersuchungen vorgestellt. "Das erklärt auch, warum die angehenden Schulkinder in der Regel gut durchgeimpft sind", so der Amtsarzt. Fragen, ob Kinder oder ob nicht gegen Masern oder Keuchhusten geimpft werden sollen, stellt sich den Anhalt Bitterfeldern nicht.

Letztendlich wurde 93 Prozent der Kinder die Grundschulempfehlung attestiert. Bei den verbleibenden sieben Prozent entscheiden die Eltern in Zusammenwirken mit den jeweiligen Schulen, ob und in welcher Form das Kind die Schule besuchen wird. Dr. Norbert Preden verdeut- licht: "Die Schuleingangsuntersuchung hat in erster Linie eine untersuchende und beratende Funktion. Wir vergeben keine Noten und prüfen nicht."