Eine Aufgabe, die die Steutzer Kameraden gern übernehmen, ist die Brandschutzerziehung. So empfingen sie kürzlich die Drittklässler der örtlichen Grundschule im Feuerwehrgerätehaus. Für die Mädchen und Jungen sollte es ein eindrucksvolles Erlebnis werden. Sie verfolgten Experimente, schwebten auf Hebekissen und begaben sich auf Hydrantensuche.

Steutz. Gut gelaunt machen sich die elf Mädchen und Jungen auf den Weg. Klassenlehrerin Heike Dobritz begleitet ihre Schützlinge. Gemeinsam spazieren sie zum Gerätehaus. Dort werden die Grundschüler bereits von Ortswehrleiter Marco Schröter, seinem Stellvertreter Sven Benke und der Jugendwartin Mandy Schröter erwartet. Die Kameraden haben einiges vorbereitet, um die Kinder mit den Aufgaben und der Technik der Feuerwehr vertraut zu machen. Zugleich wollen sie ihnen das richtige Verhalten im Brandfall vermitteln.

Doch los geht es erst einmal mit der technischen Hilfe, die die Blauröcke zunehmend leisten müssen. Mittels einer Autotür demonstriert Sven Benke dem Nachwuchs, wie sie Personen aus einem verunfallten Wagen befreien können, während ihm Marco Schröter assistiert. Aufmerksam verfolgen die Schüler, wie Schere und Spreizer zum Einsatz kommen. Um die hydraulischen Geräte zu bedienen, braucht es Kraft. "Oh, ist das schwer", entfährt es Erik, als er den Spreizer in Händen hält. Auch die beiden Druckluftflaschen, die die Kinder ebenfalls mal Probetragen dürfen, haben ganz schön Gewicht.

Wie funktioniert ein Unterflurhydrant?

Gewicht, das die zwei Hebekissen locker stemmen können. Zum Beweis platzieren die Kameraden jeweils drei Schüler auf ein Kissen. Als sich diese mit Luft füllen, schweben die Mädchen und Jungen lachend in die Höhe. Heike Dobritz beobachtet die ganze Szenerie. "Sie machen das wirklich jedes Jahr toll", lobt sie die Brandschutzerziehung der Ortsfeuerwehr. "Es ist sehr anschaulich und die Kinder dürfen alles ausprobieren", ist sie begeistert.

Anschließend widmen sich die Drittklässler dem HLF, dem modernen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Das verfügt nicht nur über einen 2400 Liter fassenden Wassertank, sondern ebenfalls über eine umfassende Ausrüstung, erfahren sie von Sven Benke, der ihnen das Fahrzeug vorstellt. Interessiert lauschen die Grundschüler seinen Ausführungen.

"Was machen wir, wenn das Wasser vom Tank nicht reicht?" Mit dieser Frage lenkt Marco Schröter das Thema auf die Hydranten. Und da sich deren Funktionsweise am besten in der Praxis erklären lässt, begeben sich die Mädchen und Jungen auf die Suche nach einem Unterflurhydranten. Der ist an der nächsten Kreuzung bereits gefunden. Neugierig stehen die Schüler um Sven Benke herum, der den Schacht öffnet und ein Standrohr setzt, an das kurz darauf ein Schlauch gekuppelt wird. Nun obliegt es Dominic, das Ventil aufzudrehen. Seine Augen leuchten, als das Wasser durch den Schlauch strömt. Auch die anderen sehen staunend zu.

Wie verhalte ich mich im Fall eines Brandes?

Nach der Rückkehr ins Gerätehaus schlüpft Svenja in die Rolle einer Feuerwehrfrau. Den Helm auf dem Kopf und Handschuhe übergestreift, gießt sie Wasser in einen Glas mit Öl. Anhand des Experiments erläutert Marco Schröter den Drittklässlern, dass man brennendes Öl oder Benzin nicht mit Wasser löschen kann.

Aber welcher Stoff brennt eigentlich wie? Das zeigt die Versuchsreihe der Kameraden. Während Sven Benke nach und nach die unterschiedlichen Materialien in die Flamme hält, beweisen die Schüler, dass sie sich da bestens auskennen. Sie wissen, dass der Joghurtbecher schmilzt und das Stroh genauso rasch vom Feuer aufgefressen wird wie das Papier.

Kein Brand, sondern eine Nebelmaschine ist verantwortlich, dass plötzlich dichter Rauch durch das Gebäude dringt und den Rauchmelder auslöst. Da der Rauch zunächst aufsteigt, rät Marco Schröter den Kindern, im Notfall aus dem brennenden Zimmer zu kriechen. Überhaupt sollten sie nicht versuchen, ein Feuer selbst zu löschen, sondern sich so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone begeben und die Feuerwehr rufen, verdeutlicht er ihnen mit einer Geschichte.

"Und nicht unter Betten oder im Schrank verstecken", betont er. "Sonst finden euch die Feuerwehrleute nicht", macht ihnen der Ortswehrleiter bewusst. Unterdessen streift Sven Benke die Atemschutzausrüstung über. Ziel ist es, den Mädchen und Jungen zu zeigen, dass sie keine Angst zu haben brauchen vor den Einsatzkräften mit dem Masken vorm Gesicht und vor den Atemgeräuschen, die sie damit machen.

Dann neigt sich die eindrucksvolle Lehrstunde auch schon dem Ende entgegen. Jubel brandet auf, als die Drittklässler hören, dass sie mit den Löschfahrzeugen zur Schule gebracht werden.

 

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