Ursula Friedrich feierte gestern ihren 60. Geburtstag. Zugleich legte sie ihr Amt als Volks- solidarität-Koordinatorin nieder und verabschiedete sich in den Ruhestand. In Zukunft möchte sie sich mehr um ihre Familie kümmern und die gewonnene Freizeit genießen. Was jedoch nicht heißt, dass sie nicht weiterhin bei der Volkssolidarität aktiv sein wird. Nur eben als Ehrenamtliche.

Zerbst. 23 Jahre war Ursula Friedrich im Dienste der Volksolidarität unterwegs. "23 wunderschöne und inspirierende Jahre", wie sie sagt. Nun möchte sich die gebürtige Zerbsterin jedoch aus dem Amt der Koordinatorin zurückziehen. Ihren 60. Geburtstag nahm sie zum Anlass, sich zu verabschieden.

Mehr als 100 Freunde und Bekannte diverser Ortsgruppen waren gekommen, um ihr die herzlichsten Glückwünsche zu überbringen. Schon nach kurzer Zeit fand sich Ursula Friedrich in einem Meer aus Blumen und Geschenken wieder. Hunderte Male wurde sie umarmt. Hunderte Male wurde ihr gedankt.

Zu den Gratulanten zählte neben Bürgermeister Helmut Behrendt und Kulturamtsleiter Andreas Dittmann auch die Geschäftsführerin der Volkssolidarität Elbe-Saale, Belinda Biging. Diese überraschte das Geburtstagskind mit der Verleihung der "Dankeschön-Medaille". Für Ursula Friedrich war dies noch einmal eine ganz neue Erfahrung. War sie doch sonst immer diejenige, die die Auszeichnungen und Medaillen verlieh.

Belinda Biging schaut mit einem lachenden und einem weinenden Auge dem Abschied der Koordinatorin entgegen. "Alles hat eben seine Zeit", weiß sie. Dennoch werde sie Ursula Friedrich sicher vermissen. "Sie ist eine engagierte und erfahrene Kollegin." Vor allem sei sie ein sehr harmoniebedürftiger Mensch, so Biging. "Immer auf der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner."

Legt Ursula Friedrich auch das Amt nieder, will sie der Volkssolidarität doch treu bleiben. Nach wie vor wird sie die Ortsgruppe Gödnitz leiten und weiterhin ehrenamtlich arbeiten. "Diesmal allerdings alles ohne Termindruck", sagt sie. Denn das sei etwas, auf das sie bisweilen gut und gerne verzichten kann.

Endlich Zeit für Familie und Entspannung

Stattdessen möchte sie künftig mehr Zeit mit ihren fünf Enkelkindern verbringen, von denen das älteste zwölf Jahre und das jüngste fünf Monate alt ist. Außerdem soll das Thema Entspannung eine große Rolle spielen. Mit ihrem neuen "güldenen" Fahrrad, das sie von ihren Kindern geschenkt bekam, gilt es, die Region zu erkunden.

Etwas, auf das sie sich außerdem sehr freut, ist die Zeit, die sie wieder ihren Pflanzen widmen kann. Denn was viele nicht wissen, Ursula Friedrich ist gelernte Gärtnerin für Zierpflanzen. Ihren damaligen Wunschberuf übte sie jedoch nur kurz aus. Nach ihrer Hochzeit 1970 kamen ihre Söhne Jörg und Lutz zur Welt, was für sie eine längere berufliche Pause zur Folge hatte. "Ich habe zwischendurch zwar viel gemacht - beispielsweise Spargel stecken", erzählt sie. "Doch der berufliche Wiedereinstig gelang nach einer Ausbildung zur Facharbeiterin für Schreibtechnik."

Elf Jahre lang arbeitete sie in der Kreisentwurfsgruppe und schrieb Projekte, ehe sie 1987 zur Volkssolidarität ging. Und dort blieb sie.

"Es ist der Kontakt zu Menschen, der mir so viel Freude bereitet hat", erzählt sie. Und dieser sei es auch, den sie in Zukunft nicht missen möchte.