Ein zufriedenstellendes Fazit konnte Ortswehrleiter Denis Barycza am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Jütrichauer Kameraden ziehen. Die Einsatzkräfte sind sehr gut ausbildet und optimal ausgestattet. Auch um Nachwuchs müssen sich die Blauröcke keine Sorgen machen.

Jütrichau. Die Ortsfeuerwehr Jütrichau sei eine der sechs größten Wehren der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst, warf Ortswehrleiter Denis Barycza einen Blick in die Statistik. Aktuell bilden 23 Frauen und Männer die Einsatzabteilung. Regelmäßig bereiten sie sich auf Ernstfälle vor. So stand auch im zurückliegenden Jahr die Ausbildung erneut im Mittelpunkt. An den wöchentlichen Diensten nahmen durchschnittlich zwölf Kameraden teil. Die aktivsten unter ihnen absolvierten hier mehr als 50 Ausbildungsstunden - laut Brandschutzgesetz sind mindestens 40 gefordert. Leider habe es auch zwei Kameraden gegeben, die das ganze Jahr gar nicht erschienen sind, bedauerte Denis Barycza. Schließlich nützen einer Feuerwehr nur geschulte Kräfte etwas.

Doch diese Beiden sind glücklicherweise die Ausnahmen in der Riege der gut qualifizierten Kameraden. Neben zehn Atemschutzträgern und der gleichen Anzahl an Maschinisten verfügt die Jütrichauer Wehr momentan auch über zehn Motorkettensägenführer. Der Umgang mit der Kettensäge steht alljährlich genauso auf dem Dienstplan wie der schon zur Tradition gewordene Ausbildungssamstag, an dem die Dinge geübt werden, die sonst zu kurz kommen. 2010 befassten sich die Blauröcke da unter anderem mit der technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und der Selbstrettung. Darüber hinaus schlossen fünf Kameraden erfolgreich Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene ab, wie der Ortswehrleiter ausführte. Während er sich selbst zum Zugführer ausbilden ließ, qualifizierte sich sein Stellvertreter Hartmut Rathai zum Leiter einer Feuerwehr. Als weiteres Beispiel sei Sabrina Barycza genannt, die sich als frisch geschulte Jugendgruppenleiterin fortan um die Kinderfeuerwehr kümmert. Acht Löschzwerge lernen hier erste Grundlagen.

"Die Jugendarbeit läuft von selbst", kam Denis Barycza auf die Jugendfeuerwehr zu sprechen. Nicht ohne Stolz berichtete er, dass der Jütrichauer Nachwuchs im vergangenen September als einzige Jugendfeuerwehr des Landkreises Anhalt-Bitterfeld in Halle antrat, um die Leistungsspange abzulegen und damit seinen hohen Leistungsstand bewies. Die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten werden den derzeit acht Mädchen und Jungen von Jugendwart Mario Riedel vermittelt, der dabei von René Wünsche unterstützt wird. Beiden dankte der Ortswehrleiter für ihr Engagement.

Überhaupt nutzte er die Jahreshauptversammlung, um allen Kameraden für ihre freiwillig geleistete Arbeit zu danken. Zugleich hoffte er, dass alle dabei bleiben, da es heutzutage immer schwieriger werde, Leute für ein Ehrenamt zu gewinnen. Er bat sie auch, einen Dank an ihre Partner zu übermitteln, die sie nicht selten entbehren müssen. Ein weiteres Dankeschön richtete Denis Barycza an den Förderverein der Ortsfeuerwehr, der wieder dort aushalf, wo der Kommune die Gelder fehlen. Beispielsweise bei der Anschaffung von Parkas für die Jugendfeuerwehr oder Technik für die Wettkampftruppe.

Diese beteiligte sich im vorigen Jahr nicht nur am hindernisreichen Nachtpokallauf in Güterglück, sondern ging ebenfalls beim Ausscheid um den Pokal des Zerbster Bürgermeisters in Bias an den Start. Mit 29,11 Sekunden erreichte die Männermannschaft beim Löschangriff zwar einen neuen persönlichen Rekord, der aber nur für den fünften Platz ausreichte. Unterdessen wurde das Frauenteam mit 37,44 Sekunden Zweiter und holte sich in der Gruppenstafette sogar den Kreismeistertitel.

Denis Barycza ließ auch die Dancing Firefighters nicht unerwähnt. In der näheren Umgebung sowie überregional wirbt die zehnköpfige Tanzgruppe mit ihren Auftritten für die Blauröcke aus Jütrichau. Zudem ist die Ortsfeuerwehr mit einer eigenen Homepage im Internet präsent. Gestaltet und aktualisiert wird die Seite von Markus Pfeifer, dem der Ortswehrleiter dafür dankte.

Anerkennende Wort fand er ferner für Stephan Jacob vom Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) des Landkreises und für den hauptamtlichen Gerätewart der Stadt Zerbst, den Kameraden Michael Wernicke. "Die Zusammenarbeit klappt sehr gut", fand Denis Barycza. Er wünschte sich, dass es überall so gut laufen würde wie mit ihnen.

Als Positiv hob der Ortswehrleiter ebenfalls hervor, dass alle Kameraden nun komplett ausgestatten sind. Daneben freute er sich über die funktionierende Kleiderkammer, die zentral für alle Wehren der Stadt eingerichtet wurde. Zugleich wies er darauf hin, dass noch weitere Ausrüstung zur besseren Ausleuchtung von Einsatzstellen zu beschaffen ist. Beim Blick auf die zwei vorhandenen Fahrzeuge gab er zu bedenken, dass der TSF-W bereits 15 Jahre alt ist und damit die vom Land vorgebene Nutzungsdauer von zwölf Jahren inzwischen überschritten hat.

Die Jütrichauer Kameraden wurden 2010 übrigens nur zweimal alarmiert. Am 12. Juli rückten sie zu einem Feldbrand bei Pakendorf aus, wo sie zusammen mit den Zerbstern und Steutzern im Einsatz waren. Auch das FTZ war vor Ort. Ende des Monats wurden sie dann herbeigerufen, als in der Zerbster Käsperstraße ein Nebengebäude in Flammen stand. Zusammen mit den Wehren aus Zerbst und Güterglück bekämpften sie das Feuer.

Bei all dem, was er heute hier gehört habe, könne er beruhigt schlafen, wandte sich Ordnungsdezernent Andreas Fischer an die Kameraden. Er äußerte sich sichtlich zufrieden über die Arbeit der Ortsfeuerwehr, um die er sich keine Sorgen zu machen braucht.