Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat im Januar einen Sonderstab Grundwasser gebildet. Das Gremium ist als Koordinationsstelle gedacht, um die Gemeinden und Kommunen in der Problemlösung, aber auch die Arbeit der gebildeten regionalen Arbeitsgruppen zu unterstützen.

Zerbst. "Für die Grundwasserproblematik gibt es keine schnelle Lösung und auch keine preiswerte." Landrat Uwe Schulze sprach am Montag während einer Pressekonferenz zur Grundwassersituation im Landkreis eine Erkenntnis aus, die zumindest die direkt Betroffenen bereits seit Monaten oder Jahren kennen.

Und auch der gebildete Sonderstab wird nicht in der Lage sein, Betroffenen praktisch oder finanziell zu helfen. "Wir sind weder fachlich noch sachlich zuständig", betont Schulze. Wer betroffen ist, kann direkte Hilfe nur von der zuständigen Stadt oder Kommune erhalten.

Vielmehr versteht sich der Sonderstab als Koordinationsstelle. "Für uns ist die flächenhafte Ausbreitung der Vernässung neu, die auch dort auftritt, wo beispielsweise keine Vorfluter existieren", fügt Fred Walkow hinzu. Der Dezernent für Bau und Umwelt ist Leiter des Sonderstabes und sitzt zudem in drei der sieben regionalen Arbeitsgruppen, die Umweltminister Otto Aeikens ins Leben gerufen hat.

Auch wenn keine direkte Hilfe geboten werden kann, will der Sonderstab dennoch mit seinem Erkenntnissen sowohl den regionalen Arbeitsgruppen als auch den Städten und Kommunen zur Seite stehen. Als konkrete Maßnahmen gegen Vernässung nannte Schulze beispielsweise das Wiederöffnen von Gräben, das Wiederherstellen von Durchflüssen oder das Anlegen neuer Gräben. "Dabei können wir jedoch nur beratend wirken", weiß er.

Auch von den gebildeten regionalen Arbeitsgruppen können Betroffenen keine finanzielle Hilfe erwarten, stellte Walkow fest. "Wir haben in den Sitzungen ausdrücklich nach einem Notfonds gefragt", teilt Walkow mit. Dies ist verneint worden. "Dieser Notfonds wäre eine nette Geste, die wir jedoch nicht leisten könnten", fügte Schulze hinzu. Anderseits ist die Resonanz in der Bevölkerung, die auch beim Landkreis aufschlägt, in Bezug auf Probleme durch Grund- und Oberflächenwasser gewaltig. "Einige hat es sehr hart getroffen", sagt Walkow. Zumal noch keine Ergebnisse in den Arbeitskreisen vorhanden sind. "Es fand gerademal eine Sitzung pro Arbeitskreis statt. Bis der Rücklauf aller Beteiligten da ist, wird es noch eine Weile dauern. Deshalb haben wird uns ja auch für diesen Sonderstab entschieden, um eine ad-hoc-Ebene zu haben."

Des Weiteren wird ab Ende dieser Woche auf der Homepage des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und ab kommender Woche in den Bürgerbüros ein Fragebogen des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft erhältlich sein. Dort können Betroffene ihre Situation melden. "Nicht jeder wird alles ausfüllen können, aber Name und Anschrift sind wichtig." Im Anschluss werden diese Fragebögen an die regionalen Arbeitskreise weitergeleitet. Nach deren dortiger Auswertung werden sie an das Landesverwaltungsamt übermittelt.

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist in drei von insgesamt sieben regionalen Arbeitsgruppen Sachsen-Anhalts vertreten. Der Altkreis Zerbst wird dem Flussbereich Wittenberg zugeordnet, der Bereich Aken/Osternienburger Land bis Pretzien und Gommern liegt im Flussbereich Schönebeck und die Orte Bitterfeld und Köthen im Flussbereich Merseburg.

Der besagte Erfassungsbogen steht bereits im Internet zum Download bereit unter:

www.mlu.sachsen-anhalt.de