Sechsmal rückten die Kameraden der Ortsfeuerwehr Lübs 2010 aus. Auf der Jahreshauptversammlung am Sonnabend ließ Ortswehrleiter Hans Krause nicht nur die Einsätze noch einmal Revue passieren. Er berichtete ebenfalls vom Ausbildungsstand der aktiven Kräfte und ging auf ihre gesellschaftlichen Aktivitäten ein.

Lübs. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelten sich 2010 die Einsätze der Lübser Kameraden. Sechsmal mussten sie ausrücken, erinnerte Ortswehrleiter Hans Krause. Anfang April kümmerten sie sich um die Beseitigung einer Ölspur. Einige Wochen später sicherten sie die überschwemmte Straße zwischen Lübs und Prödel ab. Im Sommer stand dann ein Getreidefeld in Flammen, das die Gehrdener bereits zusammen mit den Kameraden aus Güterglück löschten, als die Lübser dazu stießen.

Glücklicherweise keine Verletzten gab es bei dem Verkehrsunfall, zu dem die Ortsfeuerwehr am 26. September gerufen wurde. Nur drei Tage später war die Ehle in Gommern über die Ufer getreten. "Insgesamt waren dort neun Wehren tätig", blickte Krause zurück. Er erzählte, wie ihre Pumpe bei dem Einsatz kaputt ging und die Reparatur aufgrund der langen Lieferzeit der Ersatzteile bis jetzt andauerte.

Im Oktober fuhren einige Kameraden aus Lübs mit nach Jessen, wo die Menschen mit dem Hochwasser der Schwarzen Elster kämpften. Als die Blauröcke aus dem Jerichower Land eintrafen, konnten sie jedoch unverrichteter Dinge wieder abziehen. Ihre Hilfe wurde nicht mehr benötigt. Unabhängig davon, wusste Krause die spontane Einsatzbereitschaft seiner Leute zu schätzen.

"Das Wasser beschäftigte uns dieses Jahr weiter", bemerkte der Ortswehrleiter. Er schilderte, wie sie am 8. Januar erneut Sandsäcke in Gommern stapelten, um tags darauf in Lübs zusammen mit den Prödeler Kameraden Wasser abzupumpen. Das Tauwetter hatte in der Schulstraße einen Keller überflutet. Und da es sicher nicht das letzte Ereignis dieser Art war, sollte eine Pumpe mit Direktmotor angeschafft werden, meinte Krause. Ob es dazu kommt, bleibt in Anbetracht der angespannten Haushaltslage abzuwarten.

Ein Überblick über den Ausbildungsstand

Dass die Mittel begrenzt sind, zeigt auch der Umbau im Gerätehaus. Für die Schaffung des notwendigen Umkleideraumes für die Frauen und Mädchen seien 4000 Euro eingeplant gewesen. "Gekriegt haben wir 800 Euro", blickte der Ortswehrleiter auf die laufende Maßnahme, die bis Ostern beendet sein soll.

Neben der Ausstattung und Ausrüstung ist die Qualifizierung der Kameraden für eine Feuerwehr von Bedeutung. Wie Hans Krause auflistete, befinden sich unter den 22 Lübser Einsatzkräften sieben Atemschutzgeräteträger, deren Anzahl in diesem Jahr um drei anwächst. Auch werden demnächst zwei Kameraden ihren Lehrgang zum Gruppenführer abschließen, so dass von diesen dann fünf bereitstehen. Darüber hinaus gibt es vier Truppführer, sieben Motorkettensägenführer sowie einen Gerätewart und einen Sicherheitsbeauftragten. Nicht zu vergessen sind die sieben Maschinisten - allerdings besitzen nur fünf den Führerschein für den TSF-W. Vier von ihnen wiederum haben bereits ein Fahrtraining mit dem Löschfahrzeug absolviert, hob der Ortswehrleiter hervor.

Als wichtig erachtete er auch die eintägige Schulung für Atemschutzgeräteträger im Brandhaus der Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge, an der 2010 zwei Kameraden teilnehmen konnten. Deshalb will er sich bemühen, für dieses Jahr erneut zwei Plätze zu bekommen. In der Truppmannausbildung stecken momentan zwei Kameraden, drei sollen ihnen folgen. Und sein Stellvertreter wolle den Lehrgang zum Leiter einer Feuerwehr ablegen, sah Hans Krause zu Christian Schunke hinüber.

In den Bereich Ausbildung fällt ebenfalls die Übung, die die Lübser im vergangenen März gemeinsam mit den Leitzkauer Kameraden durchführten. Dabei ging es um technische Hilfe, das heißt konkret um das Bergen von umgestürzten Bäumen.

Auch ins Dorfleben brachten sich die Kameraden wieder ein. "Das Weihnachtsbaumverbrennen ist eine schöne Tradition geworden", kam Hans Krause auf die gesellschaftlichen Aktivitäten der Blauröcke zu sprechen. Er erwähnte das Osterfeuer und das Maibaumsetzen, das erstmals direkt am 1. Mai stattfand. "Das werden wir wohl beibehalten", hielt er den Termin für geeigneter. Zugleich hoffte er, dass die Jugendfeuerwehr auch dieses Jahr wieder den Kranz für den Maibaum bindet.

Ein Dankeschön für die geleistete Arbeit

Seine siebte Auflage erfuhr 2010 der Freundschaftslauf der Jugendfeuerwehren im Rahmen des Lübser Sommerfestes. Der beliebte Ausscheid im Löschangriff soll auf alle Fälle fortgesetzt werden. Das gilt ebenfalls für den Weihnachtsmarkt, der im Dezember dank des Engagements der örtlichen Vereine und Einrichtungen in Lübs seine gelungene Premiere feierte. Auch die Kameraden brachten sich ein. "Es ist ganz gut, dass alle mal was zusammen machen", fand Krause.

Ihre Kameradschaft pflegten die Lübser unter anderem mit einem gemütlichen Grillabend, zu dem die neun Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung mit eingeladen waren. "Den machen wir dieses Jahr wieder", versprach der Ortswehrleiter. Genauso gern erinnerte er sich an den gemeinsamen Ausflug auf die Wasserburg Gommern zur Bierverkostung, der wahrscheinlich wiederholt wird.

Zu guter Letzt würdigte Hans Krause das ehrenamtliche Engagement der Kameraden. Er dankte allen für die geleistete Arbeit und dafür, dass sie ihre Freizeit zum Wohle anderer opfern.

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