Um den "Verborgenen Christus" der Kirche in Pretzien geht es bei der nächsten Benefizveranstaltung des Fördervereins der Alten Pfarre in Gommern. Am Mittwoch, dem 9. März, schildern Maria und Rüdiger Meussling, wie sie in "ihrer" St.-Thomas-Kirche in Pretzien bemerkenswerte Wandmalereien freilegten.

Gommern/Pretzien/Dornburg. In ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Buch "Der verborgene Christus von Pretzien" haben Anna-Maria Meussling und ihr Mann, Pfarrer i. R. Rüdiger Meussling, die Erinnerungen an die Sanierung an und in der St.-Thomas-Kirche, sowie die damit einhergehende Entdeckung und Freilegung von Fresken aus romanischen Zeiten zusammengefasst.

Es ist ein Stück Zeitgeschichte dieser Region, das Maria und Rüdiger Meussling erlebt haben. Und sie dürften sich dabei manchmal ähnlich gefühlt haben, wie vor gut 100 Jahren die Entdecker der Grabkammern in den Pyramiden des alten Ägyptens: Im Sommer 1973 und den folgenden Jahren legte Anna-Maria Meussling in der Apsis der Thomaskirche in Pretzien im Kirchenkreis Elbe-Fläming ein mittelalterliches Fresko frei. Ein segnender Christus, Maria, der Schutzheilige der Kirche, kluge und törichte Jungfrauen, eine Seelenwaage, Engel und ein vier Meter hoher Christophorus kamen so zum Vorschein. Daraus leitet sich der Titel des Buches ab.

Über die großen und anstrengenden Momente geht es im Buch, und auch die Hintergründe über die schwierigen Bedingungen, unter denen die Arbeiten an und in der Kirche in der damaligen DDR stattfanden, werden in dem Buch aufgezeigt.

Die Vorstellung dieses Buches, das an diesem Abend natürlich auch zu erwerben ist, wird im Mittelpunkt der Gommeraner Benefiz-Veranstaltung stehen, erklärt Maria Meussling. Um sich den Besuchern der Veranstaltung vorzustellen, wollen die Referenten einen etwa 20-minütigen Film dem eigentlichen Vortrag vorangestellen.

Längst ist es für die Eheleute Meussling zu einer Art Lebensaufgabe geworden, das Gotteshaus in Pretzien zu bewahren und darüber hinaus mit geistlichen und kulturellen Leben zu füllen.

Mit der Veranstaltung im Alten Pfarrhaus Gommern richtet sich das Pretziener Ehepaar keinesfalls an ein kunstverständiges Fachpublikum: "Alle historisch und kunstgeschichtlich interessierte Menschen sind eingeladen", betont der Sprecher des Gommeraner Fördervereines, Uwe Bräutigam. "Wir wenden uns auch nicht nur an ein kirchliches Publikum."

Der Förderverein in Gommern will in seinem Hause - wie auch das Ehepaar Meussling - Kultur und Geist für alle Menschen anbieten. So kommt der korrekte Name vielleicht etwas umständlich, aber aussagekräftig daher: "Förderverein zur Integration von sozialen, kulturellen und kirchlichen Zwecken im Alten Pfarrhaus in Gommern e.V." lautet der im Vereinsregister geführte Name des Zusammenschlusses, der im Volksmund "Förderverein Alte Pfarre Gommern" bezeichnet wird.

Der Vortrag am 9. März ist für die Besucher kostenlos, um Spenden wird jedoch gebeten. Mit ihnen soll der Umbau der Gommeraner Pfarre refinanziert werden. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

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