Zerbst. Leidenschaftlich, euphorisch und von der grünen Politik überzeugt ist Claus-Jürgen Dietrich, Direktkandidat im Wahlkreis 23. Vor allem lokal dominante Themen hat er sich auf die politische Flagge geschrieben. Schweinemast, die Grundwasserproblematik und das Thema Bildung stehen bei ihm ganz oben auf der Liste.

"Wir müssen überall versuchen, Ökonomie mit Ökologie zu verbinden und dieses dann auch finanziell untermauern", sagt der Rechtsanwalt. Auch die Sicherstellung von Arbeitsplätzen verliert er nicht aus seinen Augen. "Vor allem im Bereich der regenerativen Energien muss das unser Anspruch sein", erklärt der 54-Jährige.

Erst 1998 im Rahmen der Antiatomkraftbewegung hat sich der Rechtsanwalt der B90/Grünen angeschlossen. "Politisch interessiert bin ich aber schon sehr lange. Mit 14 Jahren habe ich mich bewusst gegen eine Konfirmation entschieden. Die anderen Kinder machten es der Geschenke wegen, das wollte ich nicht. Das war meine erste eigene politische Entscheidung", erzählt Dietrich. Des Weiteren haben heftige Debatten der politisch interessierten Schwester mit seinen Eltern das Interesse gestärkt. Die Entscheidung für die Partei hat er nie bereut. "Hier wird Minderheitenschutz gelebt und der Bürger soll mit einbezogen werden. Ich fühle mich in der Partei sehr wohl."

Seit 2000 ist er in Zerbst zuhause und seitdem hat es ihm die Kommunalpolitik angetan. "Hier wird das Wichtige und Entscheidende für die Bürger diskutiert", betont der Stadtrat und fügt an: "Wenn man versuchen kann, Einfluss zu nehmen, dann macht das einfach total viel Spaß."

Abseits von Politik und Beruf geht der Direktkandidat sehr gerne wandern oder fährt Fahrrad. Sein Lieblingssport ist aber Badminton. "Ich habe es schon eine ganze Weile vernachlässigt, möchte es aber unbedingt wieder spielen", gesteht der 54-Jährige. Beteiligt ist er auch an der Kulturaktion, die zu Pfingsten die Kreativtage veranstaltet. "Dort wollen wir kreative Köpfe entdecken und mobilisieren", sagt Dietrich.

Für den Landtag wünscht er sich eine "alternative Machtoption" mit rot-rot-grün, die die alte und "schwerfällige" Regierung ablösen soll. Bei der Prognose für seinen Wahlkreis bleibt der Politiker realistisch. "Ich plane nicht für den Landtag. Sieben Prozent plus X ist mein angestrebtes Ziel."