Das Kinderplanschbecken im Zerbster Erlebnisbad muss komplett neu aufgebaut werden. Seit Jahren sind nach den Wintern umfassende Reparaturen nötig. Jetzt reicht dies nicht mehr aus.

Von Thomas Drechsel

Zerbst. Die Stadtwerke Zerbst haben anstelle der Stadt die Reparatur des "kleinen" Beckens im Erlebnisbad in Auftrag gegeben. "Wenn wir jetzt nicht begonnen hätten, dann wäre ein Saisonstart zum gewohnten Zeitpunkt unmöglich", erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Konratt am Dienstagabend dem So-zial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Stadtrates. Der hatte seiner Sitzung einen Ortstermin vorgelagert, um sich die bereits begonnenen Reparaturarbeiten und das Schadensmaß erläutern zu lassen.

Seit drei bis vier Jahren schon bahnt sich die nun massive Reparatur an. "Wir haben es alljährlich mit Reparaturen gerade in den gefliesten Becken zu tun. Zwischen 3500 und 5000 Euro sind da immer nötig. Jedoch sind nun Eingriffe in den Unterbau nötig. Wie sich an vielen Stellen herausstellte, ist sehr viel Sand in dem damals verwendeten Beton enthalten", umschrieb Konratt seine Deutung der großflächig hohl liegenden Fliesen. Allerdings dürfte auch dem permanent drückenden chlorierten Badewasser eine zerstörerische Mitwirkung zuzutrauen sein. Nun wird speziell das Planschbecken für die kleinsten Badegäste gänzlich neu betoniert und gefliest. 24 900 Euro sind dafür auch im Haushaltsplan der Stadt Zerbst für dieses Jahr vorgesehen, jedoch ist der Plan bislang weder beschlossen noch genehmigt.

Die Stadtwerke haben mit der Stadt Zerbst einen Betriebsführungsvertrag zum Erlebnisbad geschlossen. Alle Kosten, die nicht durch Einnahmen - vornehmlich die Eintrittskarten - entstehen, trägt im Nachgang die Stadt Zerbst. Für das Jahr 2011 wird dieser betrag auf 167 100 Euro eingeschätzt. "Man kann natürlich nicht genau vorhersehen, wie das Wetter als entscheidendes Kriterium für die Anzahl der Badegäste sein wird", so Dittmann. Dennoch ist die Höhe der Einnahmen aus Eintrittsgeldern für 2011 auf 60 000 Euro geschätzt worden. "Die Einnahmen schwanken in dem Bereich. Wir hatten jedoch auch schon einen absoluten Negativ-Ausreißer. Das war das Jahr 2009, wo lediglich 38 500 Euro aus Eintrittsgeldern eingenommen wurden."

Vor diesem Hintergrund kündigte Dittmann schon mal "möglicherweise bevorstehende unpopuläre Maßnahmen" an. Die Saison später zu beginnen und eben nicht gleich den allerersten Frühsommertag gleich zu öffnen, alles hochzufahren, um dann wieder zu schließen, wäre solch eine Maßnahme. Man könne durchaus die Großwetterlage auf 14 Tage vorhersehen und den Start in die Freibad-Saison danach ausrichten. Parallel wäre die Schwimmhalle ja wie üblich noch bis fast zu den Sommerferien offen. "Und man sollte auch nicht ausschließen, mitten im Sommer bei ungünstigem Wetter zwischendurch zu schließen." Dies würde gegebenenfalls aufgelaufene Überstunden bei heißen langen Badetagen abbauen helfen. "Damit sollte dann jedoch nicht die Forderung einher gehen, die Schwimmhalle zu öffnen, weil dadurch der finanzielle Effekt wieder verpuffen würde." Dritte Überlegung, so Dittmann, sei der Verzicht auf das Einstellen von Saisonkräften, wie es in Vorjahren eher "großzügig geschehen" sei.

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