"Das Leben der Anderen" ist der weltweit viel beachtete, Oscar-gekrönte Film von Florian Henckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2006. Eine Bühnenversion von Albert Ostermaier hat heute um 19.30 Uhr im Alten Theater, im Studio des Anhaltischen Theaters Dessau, ihre Premiere. Regisseur ist David Ortmann.

Dessau-Roßlau. Dieses Stück ist nach "Kaspar Häuser Meer" in der vorigen Spielzeit die zweite Inszenierung des jungen Regisseurs in Dessau. Und es ist, wenn man so will, eine Art "Uraufführung". Gespielt wird eine szenische Fassung, erstmals in Ostdeutschland, mit nur ostdeutschen männlichen Schauspielern, an einem Stadttheater.

"Albert Ostermaiers Stück ist nicht die Verpflanzung des Films auf die Bühne", hebt David Ortmann hervor. Wenn auch sicher mancher Besucher schon den Vergleich zum oder mit dem Film ziehen werde. "Es ist schon die Grundgeschichte des Filmes, mit der wir allerdings offensiver und freier umgehen", so der Regisseur. Auf der Bühne agieren nur vier Hauptpersonen, gegenüber deutlich mehr Hauptrollen und einer ganzer Reihe weitere handelnder Personen im Film.

In Dessau spielen Eva-Marianne Berger die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, Gerald Fiedler den Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler, Karl Thiele den Schriftsteller Georg Dreyman und Hans-Jürgen Müller-Hohensee den Minister Bruno Rumpf.

"Natürlich erzählen wir die Geschichte ganz anders. So wie wir es im Theater gut können - in die Köpfe der handelnden Leute hineinhörend", macht David Ortmann auf die Spezifik der Dessauer Aufführung aufmerksam.

Das Stück will die Leute erzählen lassen, warum sie dies und jenes gemacht haben. Oder woran sie geglaubt haben. Es werde gezeigt, welche Möglichkeiten es gab, um in diesem Land DDR zu leben. "Auch für mich als Nachgeborenen des Jahrgangs 1986 ist diese Betrachtungsweise unglaublich spannend."

David Ortmann ging mit viel Neugier an die Regiearbeit, hat viel gesammelt, insbesondere auch viel gelesen. Obwohl es natürlich für einen Regisseur auch nicht ungewöhnlich sei, Themen aus einer nicht erlebten Zeit zu inszenieren.

Doch diese Zeit war eine durchaus besonders sensible. Sowohl für die Theaterleute wie genauso für die Zuschauer, die das Stück zum Teil auch aus der Sicht eigener Erfahrungen oder Erlebnisse anschauen werden.

David Ortmann als Regisseur habe einen großen und genutzten Vorteil. "Denn meine männlichen Schauspieler sind zugleich Zeitzeugen", die er fragen konnte und fragte, wie dies oder jenes war. Und die junge, aus der Schweiz stammende Schauspielerin Eva Marianne Berger (Jahrgang 1985) habe sich ungemein intensiv in diese Thematik eingearbei- tet.

Die Ausstatterin Nicole Bergmann schuf ein Bühnenbild mit drei nebeneinander angeordneten Räumen, in und aus denen heraus der Offizier, der Schriftsteller und der Minister ihre jeweilige Geschichte erzählen. Auch und insbesondere über ihre Beziehung zu der einen Frau, die sie lieben.Und auf der Theaterbühne werde die Geschichte nach dem Film weiter erzählt.

"Albert Ostermaier hat eine Szene, die im Jahr 2009 handelt, in das Stück eingearbeitet. Eine Art Fortschreibung des Filmes", macht David Ortmann neugierig, verrät aber überhaupt nicht, was da zu erleben sein wird.