Im November 2010 erklärte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff vor der Handwerkerschaft Anhalt-Bitterfeld, man müsse Ernst nehmen, wenn die Menschen der Region Zerbst vehement gegen ein Schweinemast- und Biogasprojekt auf dem Flugplatz wären. Zu dem Thema befragte Thomas Drechsel den Minister als CDU-Spitzenkandidaten zur Landtags- und Ministerpräsidentenwahl.

Volksstimme: Vor Ort ist der Widerstand ungebrochen, jüngst erst wiederholte der Stadtrat in Gänze seine Ablehnung. Wie stehen Sie zu dem Großprojekt auf dem Flugplatz?

Reiner Haseloff: Ich bin gegen die Schweinemastanlage, weil die Auswirkungen auf Mensch, Umwelt sowie bestehende Unternehmen in der Tat erheblich sind.

Volksstimme: Eine Beurteilung der Auswirkungen des Projektes würde mit einem Raumordnungsverfahren viel besser möglich werden als mit dem seit 2006 laufenden Genehmigungsverfahren nach BImSchG. Die Menschen verstehen beispielsweise nicht, weshalb es unerheblich ist, dass täglich Gülle-Laster von Zerbst zu den Ausbringungsflächen im Harz fahren würden. Darf man derartige Auswirkungen ruhigen Gewissens ausblenden?

R. Haseloff: Nein, deshalb habe ich mich ja auch beim Landesverwaltungsamt für ein Raumordnungsverfahren stark gemacht. Im Rahmen eines solchen Verfahrens haben die betroffenen Kommunen mehr Einflussmöglichkeiten und es werden alle denkbaren Auswirkungen der geplanten Investition geprüft. Das betrifft natürlich auch die Belastung der Straßen und die Luftverschmutzung.

Volksstimme: Wie würden Sie mit dem Projekt umgehen, wenn Sie Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalts wären?

R. Haseloff: Ich würde auch als Ministerpräsident die Interessen der Bürger wahrnehmen.