Wie geht es mit dem Brückenbau am Ankuhn jetzt weiter? Das fragen sich viele Leser und die Volksstimme ging auf Suche nach Antworten.

Zerbst. Die Fundament-Arbeiten für die neue Brücke über die Lindauer Nuthe an der Ankuhnschen Mühle in Zerbst sind wieder aufgenommen worden. Nach wie vor herrschender Nachtfrost beeinträchtigt diese Arbeiten nicht, informierte Bernd Schulz, Leiter Hoch-, Tiefbau- und Gebäudemanagement der Kreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld. Der nach wie vor beachtliche Wasserstand der Nuthe hingegen schon. "Da mussten neue Wege und Methoden eingesetzt werden, um das Wasser abzuleiten."

Kontinuierlich vorhanden ist die Behelfsbrücke für Fußgänger und laufende Radfahrer. Allerdings wurde sie nunmehr auf tragfähigen Bohlen errichtet, nachdem die bisherige Aufschüttung bei Wasser-Höchstständen teils weggespült worden war. "Die Behelfsbrücke ist sicher und sie wird während der gesamten verbleibenden Bauzeit vorhanden sein. Allerdings wird sie demnächst ihren Standort in Richtung des Wehres verschieben", so Schulz.

Parallel zum Brückenneubau wird auch der Fortgang des Ausbaus der Kreisstraße 1245 durch Zerbst vorbereitet. Die Ausschreibung für den Ausbau der Straße ab der Kreuzung Wegeberg/Lutherpromenade/Ankuhnsche Straße bis zum Ortsausgang Richtung Strinum wurde in dieser Woche begonnen. Am 6. Juni, so Schulz, soll Baubeginn sein.

Gebaut wird in vier Teilstücken, um die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Der vierte Abschnitt soll 2012 vollendet werden. Insgesamt ist der Straßenbau-Abschnitt rund 740 Meter lang. Ausgebaut werden die Fahrbahn und die Gehwegbereiche, die Straßenbeleuchtung und die Regenwasserkanalisation. Gehweg und Beleuchtung sind anteilig von den Anwohnern mitzubezahlen.

In Teilbereichen wird auch die Trinkwasserleitung erneuert. Der Regenkanal verläuft vom Ortseingang kommend mit Gefälle Richtung Ankuhnscher Mühle. Zwischen den Einmündungen Kreuz- und Marktstraße wird in drei Metern Tiefe ein Stück "Staukanal" eingebaut. Hier können sich größere Regenwassermengen sammeln. Diese werden in das höher verlegte letzte Stück Kanal hin zur Nuthe gepumpt - in einer regulierten Menge. Hierzu hatten die Anwohner während der Vorstellung des Projektes am Donnerstagabend Bedenken. Der Ankuhner Schwemmsand werde die Baugrube ständig zuschwemmen, hieß es. Zudem wird befürchtet, dass sich die vorgesehenen Bauzeiten nicht realisieren lassen.

Als Besonderheit erwähnte Schulz das kurze Stück der Ankuhnschen Straße. Im Bereich zwischen Kreuzung Wegeberg und Ankuhnscher Mühlen-Brücke wird "denkmal- gerecht ausgebaut", so Schulz. Dort werden die Gehwegbereiche in kleinteiligem Mosaikpflaster angelegt, die Gosse bekommt Borde aus Naturstein, die Fahrbahn wird mit einem hellen Belag asphaltiert.

Die Brücke selbst erhält Brüstungen aus Hartbrand-Klinkersteinen. Und aktuell hat sich ergeben, dass auch der Brückenkopf der einstigen Mahlwasser-Brücke mit er-neuert wird.