Reuden/Zerbst. Die Kürzung der Verfügungsmittel in den Umlandgemeinden hat zur Folge, dass Reuden nur noch ein Zehntel von den freiverfügbaren Mitteln des vergangenen Jahres hat (2010: 19 000 Euro, 2011: 1900 Euro). Damals wurden die Vereine mit 6 500 Euro bedacht, was im aktuellen Haushaltsanssatz nicht mehr möglich ist. Die Ortsgruppe der Volkssolidarität, der Museumsverein und der Traditionsclub Reuden haben sich aus Angst vor Schädigung des kulturellen Lebens in den Ortschaften an den Stadtrat gewandt.

"Die unmittelbare Arbeit der Vereine ist von diesen Kürzungen nicht betroffen. So wird weder der Betrieb des Reudener Museums noch die Arbeit der Ortsgruppe der Volkssolidarität in Frage gestellt, da ihnen die öffentlichen Einrichtungen weiterhin zur Verfügung stehen", heißt es in einem Schreiben von Kulturamtsleiter Andreas Dittmann. Die Pauschalisierung der frei verfügbaren Mittel auf 6 Euro pro Einwohner zielt darauf ab, einen Beitrag zum Haushaltsausgleich von 40 000 Euro in den Ortschaften zu erzielen. "Da die Ortschaft Reuden in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Ortschaften den höchsten Betrag für die Förderung von kulturellen und anderen Vorhaben aufgewendet hat, fallen diese hier am stärksten ins Gewicht", schreibt Dittmann weiter.

Die Vereine der Ortschaften sehen hier einen Benachteiligung gegenüber der Kernstadt, was Dittmann aber abweist. "Die Förderung sozialer Projekte wurde hier komplett gestrichen. Die Vereinsförderung beträgt lediglich 17 500 Euro, darüber hinaus stehen keine weiteren Mittel zur Verfügung", erklärt Dittmann. Den Ortschaften stehen insgesamt freie Mittel von 55 200 Euro zur Verfügung, dazu kommen 237 400 Euro für Dorfgemeinschaftshäuser usw. "Die finanzielle Absicherung dieser Einrichtungen macht deutlich, dass es nicht Ziel ist, kulturelle Angebote in den Ortsteilen zu streichen."