Zerbst. Es war ein spannender Wettkampf, der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen des Zerbster Gymnasiums Francisceum. Schon im Vorfeld wetteiferten die Schüler klassenweise um den Titel Lesekönig der Schule.

Am Donnerstag gingen die daraus hervorgegangenen Sieger vor viel Publikum ins Finalrennen. Johanna Amelie Löhn, Michel Friedrich, Nils Benkwitz, Saskia Specht, Tobis Lamers und Sarah Berg waren schon etwas aufgeregt, brachten sie doch zur Unterstützung ihre Klassenkameraden als Verstärkung mit.

Doch die etwa 70 Zuhörer sollten nicht nur ihren Lokalpatriotismus walten lassen, sondern unabhängig von Freundschaften selbst eine neutrale Punktewertung vornehmen, um zusätzlich den Publikumspreis zu vergeben.

Für die richtige offizielle Wettbewerbsbenotung hatte eine Jury das Sagen, zusammengesetzt aus den Schülerinnen Julia Beuche, Joana Schönwälder und Friederike Beiche sowie der Deutschlehrerin Kerstin Görner, der Leiterin der Stadtbibliothek, Margitta Benecke, und der Diplom-Bibliothekarin Sophie Schäfer.

Nach einem Punktesystem von 1 bis 5 galt es, die einzelnen Schüler zu beurteilen. Nur ganze drei Minuten hatten die 12-Jährigen im ersten Teil Zeit, um ihr Buch in Kurzform vorzustellen und ihre selbst ausgesuchten Textpassagen vorzulesen. Doch einfach "runterrasseln" war nicht, benotet bzw. bewertet wurden zum Beispiel die deutliche Aussprache, das zu leise oder überbetonte Vorlesen, die besondere Bedeutung der wörtlichen Rede und auch die angemessene Gestik und Mimik.

Die mitgebrachten Geschichten der sechs Kids waren vielseitig, handelten von der Hexenwelt und Zauberkunst, vom Totenreich und Mord. Während sie hierzu Zeit hatten, zu Hause fleißig zu üben, stand im zweiten Teil des Wettbewerbs die Aufgabe, einen bisher unbekannten Text aus dem Buch "Die Abenteuer des Stanley Buggles - schrecklich schaurige Piraten" von Chris Mouid vorzutragen, der nur einmal im Vorfeld durchgelesen werden konnte.

Doch Verlierer gab es nicht. Nach emsigem Auszählen der Bewertungen folgte das Ergebnis. Schließlich hatte Sarah Berg die meiste Punktzahl für sich verbuchen können und wurde als Siegerin zur Lesekönigin gekürt. Den 2. Platz belegte Saskia Specht, gefolgt von Nils Benkwitz. Übrigens: Die Mitschüler fanden Johanna Amelie Löhn als die punktemäßig Höchstdotierte und somit eines Publikumspreises würdig.

Von der Francisceumsstiftung gab es neben den Urkunden auch noch für die drei Besten je einen Büchergutschein. Der Publikumspreis, natürlich ein Buch, wurde von der Stadtbibliothek Zerbst gestiftet.