Zerbst. Sonntagnachmittag, 14.15 Uhr. Karin und Horst Gregor gehen zur Wahl. Ihr Wahllokal befindet sich im Rathaus. Wahlhelferin Cornelia Fenske fügt der Strichliste zwei weitere Striche hinzu. "Die Leute sind gut drauf und sehr aufgeschlossen", ergänzt Wahlhelferin Heidelies Behrendt. 350 Männer und Frauen hatten zuvor bereits in diesem Wahllokal von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Wenig später betreten Heinz und Ingrid Volkmann das Wahllokal. Auch sie geben ihre Stimmen ab - sogar ein zweites Mal. Denn hier warten auch Heike Mühl und Klaus Benkwitz von der Forschungsgruppe Wahlen. Anonym und schnell setzt Ingrid Volkmann nochmals ihre Kreuze. "Wir fragen jeden vierten Wähler und melden die erhobenen Daten regelmäßig weiter", erklärt Klaus Benkwitz. Sie flossen in die Wahlprognosen des ZDF ein, die gegen 18 Uhr für Jubel oder Unverständnis bei den Wahlpartys im Land sorgten.

Besuch vom Fernsehen hatte das Wahllokal ebenfalls am Sonntag erhalten. "Der MDR war auch schon da", ergänzt Wahlhelferin Monika Bressel.

Als nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend stuften die Wahlhelfer die Wahlbeteiligung im Gebäude des Gymnasiums Francisceum ein. Rund 350 Stimmen sind hier bis Mittag abgegeben worden. Im Lokal an der Stadthalle dagegen waren die Helfer über die Resonanz zufrieden. "Es läuft gut", sagte einer. Vielleicht auch deshalb, weil viele ihren Urnengang mit einem Spaziergang verknüpfen konnten.

Rund 400 Stimmen zählten die Wahlhelfer in der Begegnungsstätte Nord gegen 15 Uhr. In den Abendstunden sollte sich das gute Gefühl bestätigen, dass die Wahlbeteiligung nicht nur gefühlt gut war.