Seit Herbst läuft in Reuden der lange herbeigesehnte Ausbau der Dorfstraße. Die Fertigstellung wird sich wohl bis in den Juni hineinziehen. So findet sich das umfangreiche Projekt als größte Investition im Haushaltsplanentwurf für 2011 wieder. Daneben sind kleinere Maßnahmen geplant wie beispielsweise die Verglasung der Kegelbahn. Mit den vorgesehenen Maßnahmen hat sich der Ortschaftsrat nun befasst.

Reuden. Mit 161 000 Euro schlägt sich der Ausbau der Dorfstraße im Haushaltsplan-entwurf für 2011 nieder. Bei dem Ansatz handelt es sich um den Anteil der Ortschaft an der Gemeinschaftsbaumaßnahme. Denn knapp 75 Prozent der mit rund 667 000 Euro veranschlagten Gesamtkosten entfallen auf das Land. Als Baulastträger der Ortsdurchfahrt übernimmt es die Kosten für den Straßenkörper - die Fahrbahn inklusive Borde - aufkommen. Zudem beteiligt es sich an der Erneuerung des Regenwasserkanals. So stehen den Ausgaben der Ortschaft Zuweisungen von 51 000 Euro gegenüber. Darüber hinaus erhält Reuden Fördermittel aus der Dorferneuerung über 66 000 Euro.

Die Belastung der Gemeinde verringert sich dann noch einmal durch die Einnahmen aus den Straßenausbaubeiträgen, die 2012 erhoben werden sollen und vorläufig mit 26 400 Euro kalkuliert wurden. Bei den Ausgaben für das Anlegen der Parknischen, die Gestaltung der Grünflächen oder auch die Anpassung der Zufahrten handelt es sich nämlich um Positionen, die anteilig auf alle Grundstückseigentümer umgelegt werden. Mit zusätzlichen Kosten müssen die Anlieger rechnen, die mehr als eine Zufahrt an die Dorfstraße angebunden haben möchten. Denn nur eine ist unentgeltlich, jede weitere muss privat bezahlt werden. Das wird mit den Betroffenen jedoch genauso abgesprochen wie die Frage der Finanzierung bei auftretenden Sonderfällen. So nannte Ortsbürgermeister Elard Schmidt im Ortschaftsrat das Beispiel von zwei Zufahrten, die derart dicht beieinander liegen, dass es günstiger wäre, sie als eine zu befestigen.

Neben dem bereits seit dem vergangenen Herbst laufenden Straßenausbau sind für dieses Jahr in Reuden auch neue Maßnahmen vorgesehen. So soll für 2000 Euro ein Carport am Bauernmuseum errichtet werden. Weitere 3500 Euro fließen in die Verglasung der Kegelbahn, wie Elard Schmidt ausführte. Darüber hinaus informierte er über die Markise, die am Bürgerhaus angebracht werden soll. Die Kosten für den Sonnenschutz schätzte er auf 6000 Euro.

Künftig bei den Stromkosten sparen

Einen Blick warf der Ortschef ebenfalls auf die nicht unerheblichen Stromkosten, die sie im vorigen Jahr verzeichneten. Statt der kalkulierten 400 Euro fielen nach der Abrechnung im Bauernmuseum rund 1800 Euro an. Da hätten sie nicht richtig aufgepasst, erklärte Elard Schmidt, dass in Zukunft besser auf den Verbrauch geachtet werden soll. Das Gleiche gilt für das Bürgerhaus, für das sich die Stromkosten auf gut 2800 Euro im Jahr beliefen. Einen Anteil an der hohen Summe habe wohl der Friseur, warf der Ortschef die Überlegung in den Raum, dessen Miete vielleicht etwas anzuheben. Einsparpotenzial sah er ebenfalls darin, die Heizung runter zu stellen, wenn das Gebäude nicht genutzt wird.

Nicht unerwähnt ließ er die Kosten für Trink- und Abwasser. 2010 waren für diesen Bürgerhaus-Posten 200 Euro angesetzt gewesen, gezahlt werden mussten letztlich über 570 Euro. Dieses Jahr sieht der Ansatz 700 Euro vor. Dass ihn allein die Ortschaft trägt, sah Elard Schmidt nicht ein. Da auch die Feuerwehr darüber läuft, müsste ein Teil des Betrags von ihr übernommen werden, fand er.

Das war allerdings nicht seine einzige Kritik. So konnte der Ortschef nicht verstehen, weshalb die Einnahmen aus der Solaranlage von knapp 4000 Euro in die Feuerwehr fließen. Schließlich befinde sich diese auf dem Dach des Gebäudes Dorfstraße 39 und das sei das Bürgerhaus, erzählte Schmidt, dass er sich über das Thema mit der Kämmerei streite.