Der Winter ist passé, doch die Spuren, die er auf und an den Straßen hinterlassen hat, sind noch immer deutlich sichtbar. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat nun 1,2 Millionen Euro an Fördermitteln für die Beseitigung der Winterschäden vom Land erhalten. 76 200 Euro fließen davon nach Zerbst.

Zerbst. "Mit diesen Mitteln können wir zwei Projekte in unseren Ortsteilen umsetzen", sagt Bauamtsleiter Bernd Köhler auf Nachfrage der Volksstimme. Zum einen ist vorgesehen, die Fahrbahn-oberfläche von Güterglück Richtung Töppel bis zum Bahnübergang zu erneuern, zum anderen die Strecke zwischen Flötz und Güterglück. "Dafür verwenden wir die 76 200 Euro sowie 25 Prozent an Eigenmitteln."

Nur großflächige Reparaturen erlaubt

Wer nun denkt, das Geld sei besser ins Stopfen von Schlaglöchern investiert, irrt. "Die Gelder stehen durch ein Runderlass des Landes zur Verfügung. Darin ist verankert, dass die Fördermittel zur Beseitigung großflächiger Straßenschäden herangezogen werden müssen." Dazu werden die Schadenstellen auf der Fahrbahnoberflächen herausgeschnitten, mit Heißmischgut verfüllt und mit einer Straßenwalze verfestigt. Eventuell können noch zwei weitere Projekte umgesetzt werden, sollten andere Gemeinden und Städte des Landkreises die Fördermittel nicht in Anspruch nehmen, da sie die dazu nötigen Eigenmittel nicht aufbringen können. "Für diesen Fall haben wir vorgesehen, die Straße von Lindau in Richtung Kerchau linksseitig zu reparieren sowie eine Querstraße in Wertlau", erzählt Köhler.

In der Zerbster Kernstadt sind indes Mitarbeiter des städtischen Bauhofes dabei, Schlaglöcher mit Kaltmischgut provisorisch zu schließen. "Für deren grundlegende Reparatur sind im Rahmen unseres Instandhaltungsprogrammes Gelder im Haushalt eingestellt." Jedoch sind grundhafte Reparaturen mittels Heißmischgut erst möglich, wenn die Gelder freigegeben sind und die Temparturen konstant wärmer sind. "Sofern es die Schäden nicht verkehrsgefährdend sind, wird noch ein wenig dauern. Aber so schwere Schäden haben wir in der Stadt nicht festgestellt", erklärt Köhler. Wird der Haushalt für das laufende Jahr der Stadt Zerbst am 30. März beschlossen, muss die Kommunalaufsicht ihn noch gutheißen. "Erst dann können wir die Gelder nutzen." Auf der Liste stehen die Ausbesserungen der vielen einzelnen Schlaglöcher in der Dessauer und Lusoer Straße sowie dem Bonschen Weg.

Kreis repariert K 1249 für 176 000 Euro

Derweil nutzt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld rund die Hälfte der zugesagten 1,2 Millionen Euro - um genau zu sein 581 200 Euro - um ausgewählte Kreisstraßen zu reparieren. Damit können 75 Prozent der Ausgaben finanziert werden. Hinzu kommen 193 800 Euro Eigenmittel des Landkreises. Hier sind die Prioritäten nach Dringlichkeit und Verkehrsbedeutung gesetzt worden.

Das Amt für Hochbau, Tiefbau und Gebäudemanagement hat dazu eine Übersicht erarbeitet. Auf dieser Prioritätenliste stehen zwölf Straßen. Davon befinden sich sechs im Altkreis Köthen, fünf in Bitterfeld-Wolfen und eine in Zerbst - die finanziell umfangreichste. Dabei handelt es sich um die Reparatur der K 1249 von Deetz nach Lindau auf einer Fläche von 16 000 Quadratmetern. Dieses Einzelvorhaben schlägt mit einem Fördermittelanteil von 176 000 Euro zu Buche.

Von den elf Städten und Gemeinden im Landkreis entfällt zusammengefasst der größte Anteil der Fördermittel mit 148 900 Euro auf Bitterfeld-Wolfen, Köthen erhält 92 500 Euro.

Die Mittel sind auf Grundlage der Einwohnerzahlen verteilt worden.