13 Schautafeln informieren ab sofort im Lindauer Info-Punkt des Naturparks Fläming über das Thema Wasser. Die reich illustrierte Ausstellung gibt umfassend Auskunft über die Materie. Angefangen von der Gewinnung des Grundwassers über die Aufbereitung zu Trinkwasser bis hin zur Entsorgung des Abwassers reichen die Darstellungen, die ebenfalls einen Blick in die Geschichte werfen. Zudem erhalten Besucher die Gelegenheit, das örtliche Trinkwasserwerk bei einer Führung kennenzulernen.

Lindau. Rund um den Erdball ist Dienstag mit verschiedenen Aktionen der Weltwassertag begangen worden. In Lindau fand aus dem Anlass die Eröffnung einer nun komplettierten Ausstellung zum Wasser statt. "Eine Teileröffnung erfolgte bereits am 13. September", erinnerte Alexander Schuppan, Leiter Geschäftsführerbereich bei der Heidewasser GmbH, an den Tag des offenen Denkmals. Damals wurde in der alten Schule nahe der Stadtkirche ein Info-Punkt des Naturparks Flämings mit zwei Ausstellungsräumen eingeweiht. Während die Besucher in einem Raum in die Geschichte von Lindau eintauchen können, informierten seither sechs Schautafeln über die Gewinnung von sauberem Grundwasser und die Aufbereitung zu Trinkwasser in hoher Qualität.

Gesund, frisch und kalorienfrei sei das Wasser aus dem Hahn der ideale Durstlöscher, betonte Alexander Schuppan. "Also ran an die Leitung", forderte er die Anwesenden gut gelaunt auf. "Wir haben einen Trinkwasserbrunnen an der Schule", erzählte die Lindauer Grundschulleiterin Margitta Sens, dass jener täglich von den insgesamt 85 Mädchen und Jungen genutzt wird. Einige von ihnen und zwar die Viertklässler sorgten mit einem Regenbogen-Lied und einem lustigen Osterhasenlied für die kulturelle Umrahmung des offiziellen Aktes, den Ortsbürgermeister Helmut Seidler mit der Begrüßung aller Gäste eingeläutet hatte.

Schautafeln beinhalten historischen Abriss

Von den Lindauern war auch die Anregung zur Entwicklung der Wasser-Ausstellung ausgegangen, hob Alexander Schuppan das Engagement der Ortschaft hervor. Das fachliche Wissen steuerte Heidewasser dann gemeinsam mit der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH (TWM) bei. Die konzeptionelle Betreuung des Projektes übernahm mit Jochen Kaatz ein ehemaliger langjähriger Mitarbeiter der TWM, der sich nur allzu gern dieser Aufgabe stellte. "Ich habe mich gefreut, dass man so was mal zusammentragen kann", sagte der 64-Jährige lächelnd. Dabei ließ er nicht unerwähnt, dass er nicht nur von Seiten des Museums der Stadt Zerbst, sondern ebenfalls vom Zerbster Hobby-Historiker Helmut Hehne unterstützt wurde.

Denn der zweite Teil der Ausstellung gibt einen interessanten Überblick zur Geschichte der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung in der Region Zerbst. Da wird von Brunnenordnungen und Holzrohrleitungen genauso berichtet wie von der Versickerung des vorbehandelten Abwassers auf Rieselfeldern und dem Pferdwagen zur Reinigung der Laubfänge. Die Dokumentation endet in der Gegenwart mit der Darstellung der heutigen Abläufe. Dabei werden unter anderem die für den Betrieb und die Instandsetzung der Kanalnetze erforderlichen Arbeiten geschildert. Das alles geschieht kurz und prägnant auf sieben Schautafeln, die wie schon die anderen wieder reich mit Fotos, Grafiken und Dokumenten illustriert sind.

Nach Ausstellung das Wasserwerk besuchen

Und das beste ist: Wer möchte, kann anschließend von der Theorie sofort in die Praxis eintauchen und das von der TWM betriebene Trinkwasserwerk in Lindau besichtigen. "Wir haben hier eine einmalig günstige Situation", erklärte Peter Bogel. Der Unternehmenssprecher der TWM hatte eine Vereinbarung mitgebracht, mit der die Möglichkeit solcher Führungen besiegelt wurde. "Ein Anruf genügt", bemerkte Bogel, der das Papier zusammen mit Gerd Krause vom Heimat- und Verkehrsverein Lindau unterzeichnete. Die Vereinsmitglieder betreuen den Info-Punkt. Feste Öffnungszeiten gibt es bisher nicht. Wer sich die Ausstellung zum Wasser ansehen möchte, kann sich an die Vereinsvorsitzende Gudrun Rosenauer wenden. Sie ist telefonisch unter (03 92 46) 3 03 zu erreichen.

Empfehlenswert ist ein Besuch auf alle Fälle. "Ich hoffe, dass das Material gut genutzt wird", äußerte sich Elke-Andrea Ciciewski. Es müssten Wege gefunden werden, die wertvolle Ausstellung zu vermarkten, fand die Geschäftsführerin des Naturparks Fläming. Neben der gezielten Einladung von Lehrern und einem Hinweis auf der Internetseite des Naturparkvereins dachte sie da ebenfalls an eine Digitalisierung der Schautafeln - ein Vorschlag, der sichtlich auf Zustimmung stieß. Denn über die Einzigartigkeit der gelungenen Dokumentation herrschte Einigkeit.

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