Von Stephen Zechendorf

Gommern/Leitzkau/Ladeburg/Prödel/Lübs/Dornburg. Der fast flächendeckende Anschluss der Einheitsgemeinde Stadt Gommern an das weltweite Netz steht kurz bevor. Nach Angaben der Deutschen Telekom soll die Versorgung mit DSL vertragsgerecht zu Beginn des Monats Mai fertiggestellt sein.

Laut dem Vertrag, den die Stadt Gommern mit der Telekom abgeschlossen hatte, müssen alle vereinbarten Orte und Bereiche der Stadt bis zum 17. Mai 2011 angeschlossen sein. Das Schreiben des nach der Ausschreibung im vergangenen Jahr erfolgreichen DSL-Anbieters an das Bauamt besagt nun: "Wir werden diesen Termin für alle Orte halten und wahrscheinlich Anfang Mai bereits den Breitbandausbau abschließen.

Wenn die Maßnahme abgeschlossen ist, ist Gommern fast komplett versorgt. Ausnahmen bilden einige wenige Häuser in Hohenlochau und bei Dornburg. Hier wären die Anschlusskosten unangemessen hoch gewesen. Der Vergabeausschuss von Gommern hatte Anfang des Jahres 2010 den Zuschlag für den DSL-Ausbau an die Telekom erteilt. Von ursprünglich vier Bewerbern waren zuletzt die Telekom und das Unternehmen MDCC übrig geblieben.

In den vergangenen Wochen machten in den Ortschaften Erdarbeiten und rot-weiße Warnbarken Hoffnung auf den schnellen Internetzugang. Die Verteilerschränke stehen inzwischen an den wichtigen Stellen in Ortschaften. Dabei wurden laut Information aus dem Bauamt Gommern die vorhandenen Schränke gegen größere ausgetauscht. Die Glasfaserkabel liegen bereits im Erdreich, und ab der zwölften Kalenderwoche sollen die Stromanschlüsse für die Schränke gelegt werden. Danach werde auch die Technik in den Kästen eingebaut.

Noch ist nicht klar, ob und wie eine offizielle Übergabe erfolgen wird, erklärte Bürgermeister Wolfgang Rauls auf Nachfrage: "Vielleicht wird es einen offiziellen Start mit einem symbolischen roten Knopf geben."

Anschluss an das neu aufgebaute Breitbandnetz haben bald auch das Wohngebiet "Blaurock" in Gommern sowie Wahlitz, Menz, Dannigkow und sogar Kressow, ebenso die Orte Karith, Pöthen und Vehlitz. In den Orten Nedlitz, Ladeburg und Leitzkau war der Versorgungsgrad schon vorher ausreichend hoch, hieß es damals. Ebenso sah es im Kernbereich von Dornburg aus, daher gab es hier keine Förderung.

Zuständig für den förderfähigen Finanzierungsanteil des Breitbandprojektes im Land Sachsen-Anhalt war das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF).

Die Gesamtsumme für das Anschließen bislang unterversorgter Bereiche in der Einheitsgemeinde liegt bei 239 154 Euro, so Wolfgang Rauls. Die Stadt Gommern hat hiervon einen Eigenanteil in Höhe von etwa 29 900 Euro zu leisten, der Rest kommt vom ALFF und aus Mitteln des Konjunkturpaketes II.

Der Breitbandanschluss der Einheitsgemeinde Gommern wurde deutlich billiger, als man zuerst befürchtet hatte.

Grund für den Preissturz war eine bereits erfolgte "Verkabelung" einiger Orte. Erdarbeiten von der Verteilerstation am Ortsausgang Gommern in Richtung Wahlitz oder Karith waren somit nicht nötig. In weiser Voraussicht wurden hier schon früher Kabel gelegt.