Sonnenschein, kühler Wind - und viele Besucher. Sie folgten am Sonnabendnachmittag der Einladung des Fördervereins Wasserturm Zerbst zum Tag der offenen Tür. "Etwa 200 Gäste haben uns in diesen drei Stunden besucht", freute sich Vereinsvorsitzende Sigrun Knäbel. Für den Verein ist das ein Zeichen der Wertschätzung seiner Initiativen, dieses historische Wahrzeichen von Zerbst zu erhalten.

Zerbst. Anlass für die erste offizielle Öffnung des Wasserturmareals 2011 war - wie bereits im vergangenen Jahr - der Weltwassertag.

Der regelmäßige Besucher im und am Wasserturm entdeckt immer wieder etwas Neues. Der Erstbesucher ist überrascht, welche bemerkenswerten Leistungen die Mitglieder des Vereins mit Unterstützung weiterer Helfer und Sponsoren in der kurzen Zeit des Bestehens als Verein erreicht haben.

Sigrun Knäbel erinnerte zur Begrüßung am Sonnabend an den ursprünglichen Zustand des Turmes und seines Umfeldes. Das bisher Geschaffene fasste sie in einigen bemerkswerten Zahlen zusammen.

Vereinsmitglieder arbeiteten im vergangenen Jahr ehrenamtlich 705 Stunden beim Aufräumen, der Wildwuchsbeseitigung auf dem Turm und vor allem im Gelände, nahmen Pflasterarbeiten vor, säuberten die drei Brunnenstuben und nahmen dort bereits umfangreiche Sanierungen vor. Unterstützung kam von zwei Ein-Euro-Hilfen mit zusammen 1332 Stunden. Arbeiten leis-teten ebenfalls von der Köbeg betreute Bürger.

Die bisher geschaffenen Werte umfassen, so der den Verein betreuende Bauingenieur Steffen Götz, insgesamt etwa 45 000 Euro.

Auch die jüngsten Frostwetterschäden im Turminnern sind beseitigt. Dort stellte der Fotoclub Zerbst zum Tag der offenen Tür eine interessante und motivvielfältige Präsentation zum Thema "Wasser" vor.

Mit von der Partie am Sonnabend war ebenfalls die Firma Heidewasser mit einem Stand. Hier wurde über deren künftiges Bauvorhaben auf dem erweiterten Wasserturm-Gelände informiert.

Den zünftigen Namen "Quelle" erhielt die vordere, bis auf die abschließende Dachschindeleindeckung vollständig sanierte Brunnenstube. Sie war am Sonnabend der "Versorgungspunkt" für Vereins- mitglieder und Gäste und wird es bei den zukünftigen Veranstaltungen sein. Erste "Besatzung" des rege genutzten Angebots waren Ulrike Grey und Brigitte Stephan.

Einen Blick auf das frühere Wasserwerk ermöglicht das sehr aufwändige Modell mit Stand 1894, das Horst Pietrek und Dieter Sanftenberg herstellten und dem Verein auf Dauer schenkten.

Kurt Lüder steuerte mit seiner Live-Saxophon-Musik zur musikalischen Unterhaltung des Nachmittags bei.

Die immer wieder nachgefragte Turmbesteigung ist bisher noch nicht möglich. Dazu müssen noch weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, informiert Vereinsvorsitzende Sigrun Knäbel. Ge-plant sei dieses sicher spektakuläre Ereignis aber auf jeden Fall.

Die Foto-Sonderausstellung "Wasser" wird Anfang Mai in der Zerbster Filiale der Kreissparkasse zu sehen sein.

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