Abitur, Ausbildung, bester Gesellenabschluss der Mechatronikerklasse - wie im Lehrbuch läuft es gerade für Maik Beutelmann. Der 24-jährige Zerbster ist kein Mann vieler Worte, dafür begabt, engagiert und ehrgeizig. Die Begabtenförderung des Bundes wird sein Können jetzt fördern.

Zerbst. Bester in seiner Abschlussklasse zu sein, passiert nicht jedem und schon gar nicht mit einem Durchschnitt von 90 Punkten, was einer sehr guten Zwei entspricht. "Das hatten wir schon seit Langem nicht mehr", sagt Peter Gast, Gesellenprüfungsausschussvorsitzender im Kfz-Handwerk, stolz. Die Rede ist von Maik Beutelmann. Der 24-Jährige hat dreieinhalb Jahre Kfz-Mechatroniker (früher Automechaniker) gelernt und dieses Jahr als Bester seiner Klasse abgeschlossen.

Stolz ist Peter Gast in doppelter Form auf ihn, denn nicht nur als Prüfungsvorsitzender freut er sich über so guten Nachwuchs, es ist auch noch der Lehrling aus dem eigenen Haus. "Selbstverständlich wurde er nicht von mir geprüft, damit da keine Zweifel aufkommen. Aber ich wusste, dass er gut ist", ist der Meister vollen Lobes.

So viel Aufsehen um seine Person ist Maik Beutelmann eigentlich eher unangenehm. Der ruhige junge Mann tritt einem im Blaumann und einem schüchternen Lächeln entgegegen. Schon als kleiner Junge machte er die ersten Gehversuche in Sachen Autos reparieren, erzählt er. "Mein Onkel hat seine Trekker selbst gewartet, und wenn etwas zu reparieren war, hab ich ihm immer versucht zu helfen."

Das Interesse, den Beruf wirklich zu erlernen, kam erst später. Nach dem Abitur ging es dann aber flott zur Sache, und jetzt ist er bereits Geselle, der weiterhin hochmotiviert ist. "Ich möchte meinen Meister machen", sagt er. "Ich möchte mich weiterentwickeln, im Kopf fit bleiben", so Maik. Das sieht sein Chef gern und unterstützt ihn dabei. "Wenn dafür Freistellungen nötig sind, ist das kein Problem. Solche Talente wie Maik muss man fördern", sagt Gast, in dessen Unternehmen Maik weiter arbeiten wird und die Meisterschule in Teilzeit neben dem Arbeitsalltag machen will. "Ich hatte wirklich Glück mit meinem Betrieb", weiß auch der frisch gebackene Geselle, der von Anfang an gefördert wurde.

Die Kfz-Branche brauche gute Fachkräfte, doch es fehle an geeigneten Bewerbern beim Nachwuchs, weiß Gast. Das Mike da schon fast als Ausnahmetalent durchgeht, zeigen Leistungsvergleiche. In seiner Klasse ist er mit etwa 20 Punkten und mehr im Schnitt besser als die anderen. In der Klasse von 2010 hatte der Beste einen Schnitt von etwa 70 Punkten (Maik hat 90). Solche Begabung wird nicht nur vom Chef gefördert, sondern auch von der Bundesregierung. Deshalb hat sich Maik für die Begabtenförderung des Ministeriums für Bildung und Forschung bei der Handwerkskammer (HWK) beworben und wurde genommen. "Er wird im Rahmen dieses Programmes 5100 Euro in drei Jahren Unterstützung bekommen. Damit kann er Fortbildungen besuchen, einen Auslandsaufenthalt mitbezahlen, um die Sprache zu erlernen oder aber seine Meisterschule mitfinanzieren", erklärt Anett Gaedeke, Mitarbeiterin der HWK, die für die Begabtenförderung zuständig ist. Zehn Prozent müsse Maik noch zu jeder Bildungsmaßnahme zuzahlen. "Dass diese Förderung möglich ist, hat mir natürlich nochmal einen richtigen Motivationsschub gegeben", gibt Maik lächelnd zu. Doch bevor an die Meisterausbildung zu denken ist (die nächste würde im September beginnen), steht erst einmal der Leistungswettbewerb auf Landesebene an.

"Ich werde mich vorbereiten, dann schauen wir mal, wie es läuft", meint der junge Zerbster wieder sehr bescheiden. Sein Chef lächelt zuversichtlich und sagt: "Ich sehe dem sehr optimistisch entgegen."