Die Gebietsänderung der Stadt Loburg mit der Stadt Möckern wirft bei Einwohnern Loburgs die Frage auf, ob Loburg noch eine Stadt sei. Der Ortschaftsrat möge sich mit der Frage befassen, riet ein Bürger.

Loburg. Die Gebietsänderung wirft noch immer weit nach ihrem Abschluss eine ganze Reihe von Fragen bei Bürgern auf. So auch am Montagabend bei der Sitzung des Loburger Ortschaftsrates. Warum auf dem Ortseingangsschild nicht "Stadt Loburg" stehe, frage ein Einwohner die Volksvertretung. Auch nach der Eingemeindung nach Möckern habe die Stadt ihr Stadtrecht nicht abgegeben, meinte er weiter.

Erst jüngst hatte er von einem Urteil eines bayerischen Gerichts gehört, dass sich mit einer solchen Frage zu befassen hatte. Danach, zitierte er, haben die bayerischen Richter bestätigt, dass auch nach einer Gebietsreform die Kommune ihr Stadtrecht behalte und sich weiter als Stadt bezeichnen dürfe, selbst wenn sie Ortsteil einer anderen Gemeinde geworden sei. Ähnlich sei der Fall in Loburg, erinnerte der Einwohner. Deshalb müsse auf dem Ortseingangsschild auch "Stadt Loburg" stehen, verlangte er.

Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann hatte in der Frage bereits bei Bürgermeister Frank von Holly (CDU) nachgefragt, erinnerte er sich. Möckern sei nach dem Verständnis des Gebietsänderungs- vertrag auch nur eine Ortschaft in der Stadt Möckern geworden. Trotzdem stehe auf dem Möckeraner Ortsschild Stadt Möckern. Das sei dann ebenso falsch, meinte er weiter. Der Bürgermeister habe dagegen die Meinung vertreten, dass für die Ortsschilder die Straßenmeisterei zuständig sei. Straßenmeister Harald Siebeck von der Straßenmeisterei Körbelitz sagte dazu: "Wir haben uns mit der Straßenverkehrsbehörde über die Grundgestaltung der Beschriftung auf den Ortseingangsschildern abgestimmt." Danach habe die Straßenverkehrsbehörde festgelegt, wie die Ortstafel im Einzelnen auszusehen hätten. Im Falle von Loburg versprach er allerdings, sich genau zu erkundigen.

Allerdings bereiten nicht nur die Ortseingangsschilder Probleme. Auch mit der postalischen Anschrift sei es nicht so einfach, beklagte sich ein Bürger aus Rottenau. Er habe von verschiedenen Kreis- und Bundesbehörden Post bekommen, erzählte er während der Fragestunde der Einwohner. Jede Behörde habe eine andere Schreibweise für seine Adresse, zitierte er. "Vor kurzem habe ich mir einen Pass geholt. Dort habe ich dann noch eine andere Schreibweise für meine Adresse", zeigte er sich beeindruckt.

Mal schreiben die Behörden Rottenau, Stadt Möckern dann wieder sei es umgekehrt. Andere schrieben nur Rottenau. Bislang seien die Briefe angekommen, meinte er weiter. Dennoch wäre es vernünftig, sich auf eine einheitliche Schreibweise zu verständigen, riet er. Vor allem sollten die Behörden eine einheitliche Schreibweise finden, meinte er weiter.

Mathias Klack von der Verwaltung entgegnete, dass die unterschiedlichen Schreibweisen nicht schädlich seien, wenn die Briefe auch ihren Empfänger erreichen würden. Dennoch gebe es eine einheitliche Schreibweise. Danach werde zuerst die Stadt Möckern benannt und dann der Ortsteil. Das Verfahren werde auch in anderen Regionen der Bundesrepublik so angewandt, meinte er zu dem Problem.