Zerbst. Sonnig und trocken ist der Dienstag. Passt des- halb gut für diese Reparatur. Und nach dem Einsatz Tobias Glombitzas von der Firma Natursteine Keck gestern Vormittag auf dem Markt ist ein Zerbster Wahrzeichen wieder komplett - der Roland.

Ende Februar hatte der Hund, auf dem der rechte Roland-Fuß steht, seinen Kopf verloren. Von Vandalismus war zunächst ausgegangen worden. Die Fachleute von der Zerbster Steinmetzfirma kamen aber zu anderen Erkenntnissen. "Wahrscheinlich ist der Dübel, der Kopf und Rumpf bisher zusammenhielt, über die Jahrzehnte durch die Witterungseinflüsse gerostet und hat den Kopf dann auseinandergesprengt", fasst Tobias Glombitza diese zusammen.

In drei Teile zerfiel der Hundekopf. Sie wurden im Museum zwischengelagert und kamen dann in die Firma Keck. "Es war alles komplett da", beschreibt der Steinmetz die Ausgangssituation der Arbeiten. Deutlich zu sehen sei an Kopfteilen und Rumpf eben auch gewesen, dass sie nun nicht zum ersten Mal neu zusammengefügt worden sind. Die Bruchflächen waren geglättet und ursprünglich waren es wohl auch einmal vier Teile. "Man sieht, dass hier schon was nachgemacht und ersetzt wurde, es hat auch nicht hundertprozentig gepasst", erzählt Tobias Glombitza. Möglicherweise sei auch der Hundehals früher länger gewesen.

Wann der mehr als 550 Jahre alte steinerne Roland diese Reparatur erlebte, kann nicht nachvollzogen werden. Fotos, die aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammen, machen sie allerdings bereits sichtbar.

Historische Roland-Fotos hat sich Firmenchef Christian Keck extra aus dem Museum geholt. Sie zeigen auch die etwas andere Position, die der Kopf vormals hatte. Entsprechend hat ihn Tobias Glombitza jetzt wieder aufgesetzt. Und sich dabei gefragt, welche Bedeutung dem Kopf eigentlich zugeschrieben wird. Von zu bekämpfendem Unglauben bis zum Symbol für Schuld und Sühne reichen die nicht ultimativen Deutungen.

In der Firma Keck wurden die Teile gereinigt, neu zusammengeklebt und die Bruchstellen verfugt. Kopf und Rumpf verbindet fortan ein gegenüber Witterungseinflüssen deutlich resistenterer Edelstahldübel.

Tobias Glombitza hat seinen gestrigen Einsatz auch genutzt, um sich weitere Roland-Stellen anzusehen und eventuelle Ausbesserungen vorzunehmen, darunter den im Zuge der Marktneugestaltung neu entstandenen Sockel.