Heute Abend beginnen mit einem Festakt und dem Eröffnungskonzert im Katha-rinasaal der Zerbster Stadthalle die 11. Internationalen Fasch-Festtage. Die Zerbster und die auswärtigen Gäste, zum Beispiel bei Stadtführungen, begegnen dem Ereignis nun auch im Stadtbild. Eine Reihe von Geschäftsleuten haben sich etwas "Fasch-iges" für ihre Schaufenster einfallen lassen.

Von Antje Rohm

Zerbst. "Für mich als Zerbsterin ist es ganz selbstverständlich, dass ich einen Beitrag zu solchem Höhepunkt leiste, zumal mit dieser internationalen Tragweite", sagt Hannelore Seidler, Inhaberin der Buchhandlung Gast. Sie hat nicht nur eine große Schaufensterfläche gestaltet, sondern noch eine ganz besondere Beziehung zum Festival. "Ich bin den Fasch-Festtagen von Beginn an verbunden. Die ersten im Jahr 1983 habe ich mit vorbereitet. Jetzt bin ich als Besucherin dabei", so die Buchhändlerin, für die die Barockmusik "die überhaupt schönste klassische Musik ist. Ich liebe sie".

Angesprochen von Dr. Inge Werner und auch Ellen Arndt von der Internationalen Fasch-Gesellschaft, haben eine Reihe von Zerbster Geschäftsleuten gern ihre Schaufenster zu den Festtagen gestaltet. So auch Reina Steffen, Inhaberin der Katharina-Apotheke. "Das ist ein Stück Identifikation mit der Stadt", sagt sie und möchte auf extra für eine festliche Dekoration gekauftem Stoff unter anderem auch eine Büste Katharinas II. mit ausstellen.

Neben von der Fasch-Gesellschaft zur Verfügung gestellten Materialien "haben wir bei der Musikschule ,Johann Friedrich Fasch\' angefragt, ob wir noch einige Instrumente bekommen können", erzählt Dominika Schneider von der Augenoptik Hecht. Sie ergänzen jetzt die Schaufenster-Gestaltung.

Die älteste Apotheke Anhalts ist die Rats- und Stadtapotheke. Die vor einigen Jahren zum Apotheken-Jubiläum gestalteten Schautafeln nutzt Inhaberin Edith Seidler jetzt für die kleine Ausstellung zu den Fasch-Festtagen, "und wir ergänzen sie mit alten Apothekengefäßen und ähnlichen Dingen", sagt sie.

Ganz Besonderes birgt auch das Schaufenster der Orthopädieschuhtechnik Jerchel. "Wir sind Mitglieder der Fasch-Gesellschaft", berichtet Torsten Jerchel von einer ohnehin bestehenden Verbundenheit der Familie zum jetzigen Festival. "Besonders freuen wir uns auf das Abschlusskonzert mit der Sing-Akademie." Im Jerchel\'schen Schaufenster aber liegt ein Jagdhorn, auf dem bereits Musik Faschs für den sächsischen Hof gespielt wurde. Und dann gibt es neben anderem noch eine Zeichnung, zu der sich Torsten Jerchel über eine Zusammenarbeit mit dem Zerbster Karikaturisten Rainer Frankowski freut. So wie auf diesem Bild hätte Fasch im Schloss musizieren können. "Schön ist, dass es eine Darstellung geworden ist, die in die heutige Zeit passt."

"Nicht nur zum Angucken, sondern auch zum Mitnehmen", beschreibt Leiterin Margitta Benecke die Idee der Zerbster Stadtbibliothek zu den Festtagen. Bücher, CDs usw. haben sie zusammengestellt, "auch andere Musik aus dem Barock. Was zum Ausleihen ist, kann gern ausgeliehen werden".

 

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