Zerbst (tdr). Den überraschenden Erst-Informationen des Zerbster Bürgermeisters zum Projekt eines "Katharina-Festivals" in Zerbst in der vorigen Woche folgten am Dienstag nähere Aussagen des Zerbster Kulturamtsleiters Andreas Dittmann vor dem Bau- und Stadtentwicklungsausschuss.

Demnach führt die Sparta Film KG bereits seit 2009 mit großem Erfolg ein Musical über Katahrina II. auf. Es soll ins Deutsche übersetzt und in Zerbst aufgeführt werden. Im Blick seien die Zirkuswiese oder eine der Wiesen vor der Stadthalle. Dort würden Papp-Kulissen analog "Potemkinscher Dörfer" entstehen, in denen Kartenverkauf und -kontrolle, der Eingangsbereich, aber auch der gesamte Verpflegungs- und Verkaufsbereich integriert wären. Alternative zur Wiese wäre der einstige Schlosshof. Die Bühne würde vor dem Ostflügel errichtet, die Zuschauertribünen in Hufeisenform davor. Genaue Angaben zur Kapazität fehlen, jedoch seien 3000 Plätze "wohl nicht unrealistisch", wie Dittmann erklärte.

Die Projekt-Betreiber sehen von einer Nutzung der Orangerie oder gar der bestehenden Tribüne gänzlich ab. "Hier ist der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss also in seinen Überlegungen zum Fortgang der Umsetzung von Einzelheiten des denkmalpflegerischen Rahmenplanes völlig frei", schlussfolgerte der Ausschussvorsitzende Helmut Seidler.

Dittmann informierte, die Sparta Film KG habe die Bitte des Sadtrates, den Spielzeitraum um einen Monat auf Mai bis Juli vorzuverlegen, zur Kenntnis genommen und verfolge das Projekt weiter. Gespielt werden soll jeweils freitags, sonnabends und sonntags. Das Projekt sei lediglich auf das Jahr 2012 zugeschnitten. Sollte die Resonanz jedoch erheblich sein, so Dittmann, wären auch Fortsetzungen vorstellbar. "Zu Katharina II. gibt es bereits zahlreiche Verfilmungen, so dass anzunehmen ist, dass auch ausreichend Stoff für verschiedene interessante Festival-Stücke gefunden wird", meint Dittmann.

Grundsätzlich verfolge das Projekt auch die Absicht, das Wirken der russischen Zarin verstärkt deutlich zu machen. "Ein Festival in Deutschland in Zerbst zu verorten, liegt nahe und birgt durchaus Potenzial für die Stadt", so Dittmann. Direktes Zielpublikum seien "die rund 190 000 Russlanddeutschen in Deutschland und alle weiteren Interessierten".

Der Ausschuss will nun auf ein konkretes Konzept, zum anderen auf die nächsten Schritte des Bürgermeisters warten. Er sei gefordert, mit seiner Verwaltung Klarheit herzustellen und eventuelle Zuarbeiten der Stadt in die Wege zu leiten. Fest steht: Das Festival wird von der Stadt nicht finanziell unterstützt.

 

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