Das Gymnasium Francisceum kann als Ganztagsschule betrieben werden. Das von der Schule erarbeitete Konzept ist jüngst vom Kultusministerium genehmigt worden. Ab dem Schuljahr 2011/12 werden die fünften Klassen im Ganztagsschulbetrieb unterrichtet.

Zerbst. Mit einem Jahr unverschuldeter Verspätung wird das Zerbster Gymnasium Francisceum ab dem kommenden Schuljahr in den Ganztagsschulbetrieb starten. Da die Zahl der Ganztagsschulen in Sachsen-Anhalt jährlich nur um eine bestimmte, vom Land finanzierbare Menge steigen darf, wurde dem Francisceum diese Genehmigung im vorigen Jahr noch nicht erteilt. "An unserem Ganztagsschulkonzept hat es nicht gelegen. Das wurde rundum gelobt", meinte Schulleiter Hans-Henning Messer gestern im Volksstimme-Gespräch.

Im "Probebetrieb"

Was gut ist, braucht nicht warten, hieß es im laufenden Schuljahr. Folglich wurde der bereits in Teilen eingeführte Blockstundenunterricht bereits jetzt komplett eingeführt. "Es wird grundsätzlich in Doppelstunden unterrichtet. Dies hat Vorteile, weil wir an mehreren Häusern unterrichten und auch der Sport abseits der Schulgebäude erfolgt. Bis jetzt gibt es ausschließlich positive Resonanz aus den Reihen der Schüler wie auch des Lehrerkollegiums", so Messer. Weil das Unterrichten in Doppelstunden teils doch erheblich andere Unterrichtsmethodik verlangt, muss auch die didaktische Vorbereitung dazu neue Wege gehen. Hierzu, so Messer, habe man eigenständig zwei große Fortbildungen organisiert, zu denen versierte Trainer geladen waren.

Ebenfalls bereits seit Wochen "auf Probe" laufen diverse Kursangebote, die es in den oberen Klassenstufen schon seit Jahren gibt, nun auch in den Klassenstufen 5 bis 8 im Gebäude an der Dessauer Straße. Genau hier, so Messer, wird sich das Ganztagsschulleben in der Zukunft nun regulär ausbreiten. Denn die oberen gymnasialen Klassenstufen haben mit ihren erweiterten Unterrichts- und Kursumfängen, aber auch den vielfältigen Tanz-, Sing-, Theater-Kursen, den Schülerfirmen, der Begabtenförderung wie der Defizitkurse längst den ganztägigen Aufenthalt in schulischen Einrichtungen entwickelt.

"Wir sind außerordentlich froh, die Genehmigung nunmehr erhalten zu haben und das Konzept jetzt in voller Breite verwirklichen zu können. Das gesamte Lehrerteam steht hinter dem Konzept." Es ist vorgesehen, mit den künftigen fünften Klassen in den Ganztagsschulbetrieb einzusteigen. Im nächsten Schuljahr gibt es dann die fünften und sechsten Klassen, im Jahr darauf wären bereits drei Klassenstufen ins Ganztagsschulgeschehen direkt eingebunden. Ganztagsschulbetrieb im Francisceum soll von montags bis donnerstags zwischen 7.50 und 15.30 Uhr erfolgen, freitags bis Unterrichtsschluss gegen 14 Uhr. "Natürlich wird es für die frühen Fahrschüler auch Angebote vor Schulbeginn geben", erklärt Veronika Schimmel, die stellvertretende Schulleiterin am Francisceum.

Wirtschaftsorientierung

Das außerunterrichtliche Ganztagsschulangebot umfasst eine ganze Reihe von Kursen und Beschäftigungen, aber auch Nachhilfe und Begabtenförderung. Ein Schwerpunkt dabei ist die Ausrichtung vor allem auch des Unterrichts auf Belange der Wirtschaft. So existieren schon jetzt über 20 Vereinbarungen mit Unternehmen und Handwerkern, aber auch Sportvereinen wie beispielsweise den Handballern des SC Magdeburg, die zu verschiedensten Belangen der Wirtschaft oder des Berufslebens referieren oder in Aktionen eingebunden sind. Mitte Mai beispielsweise wird ein Sportforum stattfinden, zu dem auch die Handballstars erwartet werden.

Als Ganztagsschulkoordinatorin wurde die Sprachlehrerin Annegret Lange gewonnen. "Sie hat sich schon sehr lange und intensiv auf diese Funktion vorbereitet", lobt Schulleiter Messer.

 

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