Loburg. Mit Schubkarre, Eimern, Handschuhen und Greifzange ausgerüstet, machten sich am Mittwochvormittag der Storchenvater Dr. Christoph Kaatz, die beiden FöJlerinnen des Storchenhofes und die Schulpraktikantin auf den Weg, um in der Nähe des Storchenhofes den Müll an den Wegesrändern und von den Wiesen einzusammeln. Eine Aktion, die Kaatz jedes Jahr am Herzen liegt.

Ein kleiner Beitrag, um die Umwelt ein bisschen sauberer zu machen. Vor allem geht es aber darum, den Müll wegzusammeln, bevor ihn die Vögel aufnehmen und für den Nestbau verwenden. Es gibt genug Beispiele, wie Störche sich mit Bindegarn abschnüren oder durch Plastetüten das Wasser in den Nestern steht.

So waren die vier rund um das Storchengelände unterwegs, und die beiden Schubkarren füllten sich zusehends. Für Vivian Röhl war es eine weitere Möglichkeit, mit anzupacken. Die Achtklässlerin absolviert derzeit ein zweiwöchiges Schulpraktikum auf dem Storchenhof. "Es gefällt mir", erklärte die Sekundarschülerin - eben weil sie überall mithelfen kann. Den Storchenhof hatte sich die Loburgerin ausgesucht, weil sie später bei der Berufswahl einmal in Richtung Tierpflege gehen möchte.

Eine Erfahrung konnte sie am vergangenen Donnerstag dann auch noch bei der ersten Auswilderungsaktion diesen Jahres machen. Drei Jungvögel aus dem vergangenen Jahr wurden in die Freiheit entlassen. Sie hatten sich über den Winter auf dem Storchenhof erholt und inzwischen ihre erste und zweite Flugprüfung in den Gehegen absolviert.

Natürlich waren für die Vögel, die freigesetzt wurden, Paten gefunden worden. Eine Patenschaft übernahm bei- spielsweise eine Schweizerin, die seit langem im Storchenhofverein Mitglied ist. Ihr Patenstorch bekam den Namen "Lord". Alle drei Vögel bewiesen bei der Auswilderung, die bei Kuhberge stattfand, dass sie fliegen können.

Inzwischen sind drei Storchenpaare in Loburg auf den Horsten zu beobachten. Dr. Kaatz hofft, dass sich womöglich noch ein weiteres Paar findet. Die Ostzieher kommen ja jetzt erst nach und nach zurück, ist der Experte optimistisch.

Senderstorch Albert von Lotto und seine Partnerin Mina sind nun auf dem Haupthorst des Storchenhofes per Live-Kamera bei ihrem Treiben in ihrem Nest zu beobachten. Doch nicht nur den Störchen können die Besucher zuschauen. Auch zwei Singvogelkästen sind inzwischen mit Minikameras ausgestattet.

Mit dem Eintreffen der Störche werden auch die Besucher wieder mehr auf dem Storchenhof. Den ersten großen Erlebnistag, zu dem die Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg e.V., einlädt, wird es dann Mitte Mai geben.

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