Zernitz. Mit dem obligatorischen Banddurchschnitt hat Landrat Uwe Schulze gestern am späten Nachmittag gemeinsam mit weiteren Kommunalpolitikern die neu errichtete Brücke zwischen Kuhberge und Zernitz offiziell für den Verkehr freigegeben. Insgesamt flossen 360000 Euro in den Ersatzneubau, der die Kreisstraße 1245 über die Lindauer Nuthe führt. Die Finanzierung der Kosten erfolgte zu 80 Prozent durch Bundesmittel im Rahmen des so genannten Entflechtungsgesetzes, die restlichen 20 Prozent steuerte das Land bei.

Für die komplette Erneuerung des Bauwerks hatte sich der Landkreis Anhalt-Bitterfeld als Baulastträger entschieden, nachdem bei der letzten Hauptprüfung 2008 verschiedene Schäden und Mängel an der alten Brücke festgestellt worden waren. Eine Behebung wäre zu unwirtschaftlich gewesen.

Die Lage der Brücke inmitten des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes "Obere Nuthe-Läufe" setzte eine Prüfung des Vorhabens voraus. Im Ergebnis wurde das Projekt genehmigt, aber gleichzeitig eine konkrete Bauzeit festgelegt. Um Beeinträchtigungen in diesem geschützten Lebensraum zu vermeiden beziehungsweise so gering wie möglich zu halten, durfte nur vom 19. Juli bis zum 17. Dezember 2010 gebaut werden.

Den Auftrag nach der öffentlichen Ausschreibung erhielt die Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co.KG. Aufgrund des vielen Regens gerade im vergangenen September mussten die Arbeiter immer wieder mit erhöhten Wasserständen der Nuthe kämpfen. Trotz dieser schwierigen Bedingungen konnten bis zum Jahresende alle wesentlichen Bauarbeiten wie gefordert abgeschlossen werden.

Entstanden ist eine Einfeldbrücke, die aus einer Stahlbetonplatte besteht, die auf Stahlspundwänden liegt. Die lichte Weite zwischen den Geländern beträgt acht Meter. Die Fahrbahn wurde auf sechs Meter verbreitert. War die abgerissene Brücke nur für 16 Tonnen ausgelegt, können nun maximal 60 Tonnen über das Bauwerk rollen.

Neben der schon erwähnten Fahrbahnbreite und der Tragfähigkeit wurde ebenfalls die Fahrdynamik in diesem Bereich der Kreisstraße verbessert, das heißt, der Kurvenradius günstiger gestaltet. Dazu verschob man die Brücke um fünf Meter in Richtung Süden und passte sie an die neue Trassierung an. Diese Veränderung brachte mit sich, dass die Fahrbahn beidseitig des Bauwerks zudem auf einer Länge von etwa 40 Metern grundhaft ausgebaut wurde.